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Nach der Wende unterstützte Vilbel Brotterode finanziell.
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Nach der Wende unterstützte Vilbel Brotterode finanziell.

Partnerschaft Bad Vilbel/Brotterode

Tiefe Freundschaften

Bad Vilbel ist seit 20 Jahren mit Brotterode verschwistert. Am Tag der deutschen Einheit kommt eine Delegation aus Thüringen.

Von Jana Tempelmeyer

Städtepartnerschaften dienen meist dem kulturellen und sprachlichen Austausch mit anderen Ländern und deren Bewohnern. Die Stadt Bad Vilbel unterhält solche Partnerschaften mit der englischen Stadt Glossop und dem französischen Moulins. Seit zwanzig Jahren ist Bad Vilbel aber auch mit Brotterode verschwistert, und das liegt in Thüringen.

Der Grund für diese Städtepartnerschaft liegt nun nicht im kulturellen Austausch. Auch die sprachlichen Barrieren dürften nicht allzu hoch sein. Das hauptsächliche Ziel der Verschwisterung, die 1989 aus der Taufe gehoben wurde, war, Aufbauhilfe in der ehemaligen DDR zu leisten. Besonders der Verwaltungssektor brauchte damals Unterstützung, weiß Walter Lassek, Hauptamtsleiter der Hauptverwaltung Bad Vilbel. Lassek hat die zwanzig Jahre währende Partnerschaft mit Brotterode – 1990 und 1991 wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt – von Anfang an miterlebt. Zu Beginn noch als Assistent seines Vorgängers Walter Weiher, mit dem er häufiger nach Thüringen fuhr, um die städtische Verwaltung neu aufzubauen und zu unterstützen. Außerdem kamen immer wieder Mitarbeiter aus Brotterode nach Bad Vilbel, um bei der Stadt zu hospitieren.

Aufbauhilfe geleistet

Auch auf materieller Ebene hat Bad Vilbel seine Partnerstadt unterstützt. „Insgesamt sind rund eine Million D-Mark geflossen“, berichtet Lassek. Das Geld wurde hauptsächlich in den Aufbau der Infrastruktur und den Ausbau des Tourismus gesteckt. Zu Beginn der Wiedervereinigung mangelte es zudem etwa an Verbandsmaterialien und Spritzen in Brotterode. Diese wurden von der Stadt Bad Vilbel gesponsert, ebenso wie ausrangierte gewerbliche Fahrzeuge, etwa Feuerwehrwagen. Heute fließt kein Geld mehr nach Brotterode. Der Austausch diene heute eher dazu, dass man sich näherkomme. „Beziehungen zwischen den deutschen Familien verfestigen“, nennt Lassek das. Hier sind besonders Vereine und Organisationen aktiv, die den Austausch am Leben erhalten. Lassek nennt insbesondere den Gesangsverein Massenheim und den Vilbeler Fußballverein, die viel dafür getan hätten.

Zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft wird am Tag der deutschen Einheit, am 3. Oktober, eine 40-köpfige Delegation aus Brotterode erwartet. Gefeiert wird im Kultur- und Sportforum Dortelweil. Dabei soll Rückschau gehalten, vielleicht auch ein Blick in die Zukunft gewagt werden. Denn ob die Partnerschaft „auf ewig“ bestehen bleibe, das wisse keiner, sagt Lassek. „Vielleicht ist irgendwann der Bedarf gar nicht mehr da, vielleicht braucht es dann keine innerdeutschen Begegnungen mehr.“ Aber so weit will Lassek nicht denken. In der nahen Zukunft soll die Partnerschaft weiter gepflegt werden, denn so seien „tiefe Verbindungen und Freundschaften entstanden“.

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