Bad Vilbel

Therme in Bad Vilbel wider allen Klimaschutz

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Grünen-Fraktion im Stadtparlament kritisiert die Pläne für die Badewelt und die Informationspolitik der Stadtspitze.

Nach der öffentlichen Vorstellung der Pläne für die Therme am Mittwochabend in einer Bürgerinformation kommt massive Kritik von den Vilbeler Grünen. „Die größte Badewelt Deutschlands ist ein gewaltiger Anschlag auf alle Bemühungen um Klimaschutz und Minimierung des Flächen- und Ressourcenverbrauchs“, notiert Vorsitzender Clemens Breest. Die Grünen beklagen überdies Klaus Minkels (CDU), Stadtrat und Erster Betriebsleiter der Stadtwerke, eigenwillige Informationsbereitschaft gegenüber dem Stadtparlament in Sachen Rahmenvertrag mit der Wund Unternehmensgruppe.

„Auf der Bürgerversammlung zum Kombibad hat Herr Minkel Details zum Rahmenvertrag genannt, die er noch kurz zuvor als streng vertraulich bezeichnet hatte“, sagt Jens Matthias, Fraktionschef der Grünen. Nicht nur das, bis heute sei der Rahmenvertrag noch nicht im Stadtparlament beschlossen worden. „Eine Diskussion der veränderten Vertragsbedingungen wurde im Stadtparlament mit dem Hinweis auf die Vertraulichkeit unterdrückt“, so Matthias.

Einen Tag vor der Bürgerversammlung tagte das Stadtparlament. Bis dato kannte laut Breest nur die Betriebskommission des Eigenbetriebs den Vertrag, die darüber im August vertraulich beriet. Die Grünen fordern nun von Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) eine Erklärung zu Minkels „Lehrstück, wie in Bad Vilbel mit dem Stadtparlament umgegangen wird“.

Offenbar steht in dem Vertrag nichts mehr von einem üppigen Geldregen für die Stadt. Laut Breest habe Minkel auf Frage der Bürger am Mittwoch erklärt, dass die Pacht für die Nutzung der beiden Parkhäuser, die die Stadtwerke bauen, nicht 5,5 Millionen Euro, sondern weniger als die Hälfte betragen werde. Nur bei einer sehr hohen Auslastung von mehr als 1,3 Millionen Besuchern könne der Betrag auf bis zu vier Millionen Euro im Jahr klettern.

Der Abend habe auch gezeigt, welches Desaster das Bad für den Klimaschutz bedeutet, sagt Breest. Lobenswert sei, dass der Stromverbrauch weitgehend aus Photovoltaikanlagen auf dem Gelände gedeckt werden soll. Nicht hingegen, dass die Therme 39 Millionen Liter Trinkwasser pro Jahr verbrauchen werde. Dies habe ein Vertreter von Wund einer Bürgerin auf ihre Frage geantwortet. Die Menge ergebe sich aus der gesetzlichen Vorgabe, pro Besucher und Jahr sind 30 Liter Frischwasser hinzugegeben. 1,3 Millionen Besucher erwartet die Wund Gruppe.

Trotz der Besucherprognose soll der Vilbus vorerst weiterhin im Stundentakt das Bad anfahren, soll Minkel mitgeteilt haben. „Bad Vilbel müsse sich auf noch mehr Staus, Verkehrslärm, dreckige Luft, weniger Einnahmen und längere Schulwege einstellen“, lautet das Fazit der Grünen nach der Bürgerinformationsveranstaltung . 

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