Bad Vilbel

Bad Vilbel: Steht das Großprojekt Kombibad vor dem Aus?

  • vonPatrick Eickhoff
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Die Thermengruppe Josef Wund fordert Corona-Hilfe und sieht eine drohende Insolvenz. Was bedeutet das für das Thermenprojekt in Bad Vilbel?

In einem offenen Brief hat sich der Geschäftsführer der Thermengruppe Josef Wund, Edelfried Balle, an Bund und Länder gewandt und um Hilfe gebeten: „Wirtschaftlich hat uns die Schließung unserer Bäder hart getroffen. Seit der Schließung am 16. März ist unser Umsatz auf null! Wir haben keinerlei Möglichkeiten, die 100-prozentige Umsatzeinbuße auszugleichen, und das bei nach wie vor laufenden Betriebskosten.“

Die Situation sei sehr schwierig. „Letztendlich bliebe bei noch länger anhaltender Schließung für Unternehmen aus unserer Branche nur der Weg in die Insolvenz“, heißt es in dem Schreiben.

Was bedeutet das für das Thermenprojekt in Bad Vilbel? Auf dem 150 000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Schulzentrum und B3 sollte ab Mitte/Ende dieses Jahres ein Bäderkomplex entstehen. Investitionsvolumen: 200 Millionen Euro. In dem offenen Brief heißt es weiter: „Die jetzige Situation gefährdet aber auch die Strategie unseres Unternehmens, die Thermengruppe Josef Wund hat in den letzten Monaten die Entwicklung der Standorte vorangetrieben und nach dem Tod unseres Firmengründers ruhende Pläne wieder aktiviert.“

„Bäderkönig“ Josef Wund war im Dezember 2017 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Danach war es um das Vilbeler Projekt ruhig geworden. Ende 2019 wurden in einer Bürgerversammlung die Pläne präsentiert. Ab Herbst sollte der Bau in modifizierter Form beginnen.

Grüne fordern nun „einen Plan B“

Bad Vilbels Grüne fordern nun „einen Plan B“. Das Aus der Therme sei „keine Option, mit der die Stadt leben kann“, sagt Fraktionsvorsitzender Jens Matthias. Zunächst jedoch verlangen sie Klarheit über den Verhandlungsstand mit der Thermengruppe Josef Wund. Die Verträge seien den Stadtverordneten bisher mit Verweis auf Detailklärungen vorenthalten worden. Erst mit diesen Informationen könne ein alternatives Szenario entwickelt werden.

Ruhigere Töne schlagen die Sozialdemokraten an. Die Interpretation, dass der Neubau der Therme gefährdet sei, lassen die Aussagen der Geschäftsführer nach Ansicht der SPD zwar zu, „aber anders als die Grünen es vorschnell veröffentlicht haben, sehen wir damit noch keine akute Gefahr, dass die Therme und damit das angeschlossene Hallenbad nicht gebaut wird“.

Fraktionsvorsitzender Christian Kühl sagt: „Eine Verschiebung des Baus der Therme und des Hallenbads wäre sehr bedauerlich, aber für die Corona-Pandemie kann nun wirklich niemand etwas.“

Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Minkel sieht das Großprojekt Kombibad, an dem sich die Stadtwerke mit 25 Millionen Euro beteiligen, nicht in Gefahr. „Meine Wahrnehmung ist eine andere“, sagt er. „Die Entwurfsplanung ist fertig. Nun sind die teuren Fachplaner wegen der technischen Gewerke beauftragt, die vorbereitenden Bodenuntersuchungen sind eingeleitet und der Kampfmitteldienst ist beauftragt worden.“ Zudem werde mit Hochdruck am Vertrag gearbeitet, „der gleich notariell abgeschlossen und den Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden wird“.

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