Bad Vilbel

Sport- und Spaßbad in Bad Vilbel rückt näher

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Der Spatenstich für das Sport- und Spaßbad soll voraussichtlich im September 2020 erfolgen. Die Grünen kritisieren das Gutachten zur Luftreinhaltung.

Der seit Jahren erwartete Baubeginn des Sport- und Spaßbads im Stadtteil Massenheim werde voraussichtlich im September 2020 erfolgen, teilt Stadtrat Klaus Minkel (CDU) auf Anfrage der FR mit. Dieser Tage stimmten die Stadtverordneten von CDU, FDP und Freien Wählern der Änderung des Bebauungsplans zu.

Die Änderungen - hauptsächlich geht es um den Wegfall der zweiten Ebene, des dritten Parkhauses und des Hotels, hatte die Wund-Gruppe überraschend im Frühjahr bekanntgegeben. Ungewiss bleibt, ob die Stadt weiterhin mit der Pacht und einem Gewinn in Höhe von 5,7 Millionen Euro im Jahr rechnen kann. Laut Minkel kommen die finanziellen Konditionen im nächsten Jahr auf die Tagesordnung der Stadtverordnetensitzung. „Der Verhandlungsstand ist gut“, sagt er.

Für die Fraktion der Grünen ist das Projekt nunmehr zu einer wirtschaftlichen Black Box mit ungewissem finanziellem Ausgang für die Stadt geworden. Die Grünen werfen der Stadt mangelnde Transparenz vor und monieren, dass sie zu sehr den Forderungen des Investors nachkomme. Die bebaubare Fläche sei nun um rund ein Drittel auf 60 000 Quadratmeter gestiegen, weil das Bad alles auf einer Ebene bieten soll, so Fraktionschef Jens Matthias. Er kritisiert zudem die neuen Zugeständnisse bei der Gebäudehöhe um bis zu drei Meter mehr auf 15 bis 38 Meter. So hoch soll der Turm mit den Wasserrutschen werden.

Das Bad
Die Plänefür ein Spaßbad als Therme „Tropenparadies“ mit vielen Wasserrutschen bestehen seit gut fünf Jahren.

Der Investorverpflichtet sich, auf dem Gelände auch ein kommunales Hallenbad zu bauen. Die Pläne für ein ebensolches Freibad dort stehen derzeit jedoch auf Halt.

Die Kostenwurden einmal mit mehr als 100 Millionen Euro angegeben.

Die Stadthat das alte Hallenbad im Sommer 2018 abgerissen. sun

Das neue Konzept wird mit den geänderten Marktbedingungen begründet. Investor und Bäderkönig Josef Wund verstarb Ende 2017 bei einem Flugzeugabsturz. Bis das Erbe geregelt war - Begünstigte ist die Josef-Wund-Stiftung - verging gut ein Jahr. Mit der Umplanung gibt man sich jedoch bei der prognostizierten Besucherzahl deshalb nicht bescheidener: Sie wurde um knapp zehn Prozent auf 1,3 Millionen Gäste pro Jahr erhöht. Zur vergleichenden Einordnung: Die Stadt Frankfurt mit ihren 14 Bädern zählt durchschnittlich 2,4 Millionen Gäste im Jahr.

Ein neues Verkehrsgutachten sieht den Besucherzuwachs als erträglich, auch hinsichtlich der Emissionswerte. Zweifel hegen die Grünen am vorgelegten Luftreinhaltungsgutachten, das von einem fließenden Verkehr ausgehe, womit trotz der Zunahme der Besucherzahl die Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub nicht erreicht würden. Das sei nicht realistisch, wenn mit 20 600 Autos am Tag ein Viertel mehr als derzeit (rund 16 000) auf der „Homburger“ rollten, so der Grünen-Verkehrsexperte Christopher Mallmann.

Stadtpressesprecher Yannick Schwander sagt auf Anfrage der FR, mit dem neuen Gutachten sei auch die moderne und künftige Automobilentwicklung einbezogen worden. Dennoch wird Massenheim, das schon direkt die Auswirkungen der vierspurigen B3 erleidet, mit dem Kombibad bei den Stickoxiden am Limit sein. Laut Gutachten wird die Belastung beim NO2 knapp unter den Grenzwert von 40 Mikrogramm Kubikmeter im Jahresmittel liegen. Beim Feinstaub soll der Mittelwert 17 Mikrogramm pro Kubikmeter betragen, der Grenzwert ab 2020 lautet 20 Mikrogramm.

Wegen ihrer Gemeinnützigkeit wird die Wund-Stiftung nicht als Bauträgerin fungieren. Dies soll eine Projektgesellschaft übernehmen. Die relevanten Gesellschaften seien noch zu Wunds Lebzeiten gegründet worden, teilt Peter Baumeister, Geschäftsführer der zur Wund-Gruppe gehörenden JWTV-Vermögensverwaltung GmbH, mit. Er versprich vorneweg, dass in Bad Vilbel die „modernste, innovativste und nachhaltigste Therme Deutschlands“ entstehen werde. Noch in diesem Jahr würden der Stadt und der Öffentlichkeit der Entwurf und der aktuelle Projektstatus vorgestellt werden.

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