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Sieg für schwulen Feuerwehrmann

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Von: Detlef Sundermann

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Bad Vilbels Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU) droht ein Ordnungsgeld von 50.000 Euro, falls er Anschuldigungen gegen einen ehemaligen Feuerwehrmann der Gronauer Wehr wiederholt.

„Ich will erst einmal das schriftliche Urteil abwarten, um zu sehen, was ich in dem Fall noch sagen darf“, antwortete Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU) auf eine Anfrage der Frankfurter Rundschau. Ein ehemaliges Mitglied der Gronauer Freiwilligen Feuerwehr hatte gegen Frank eine Unterlassungsklage angestrengt. Das Amtsgericht Frankfurt entschied jetzt zuungunsten des Stadtrats. Sollte Frank bestimmte Äußerungen wiederholen, droht ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 50.000 Euro.

Der Kläger war bis vor vier Jahren bei der Gronauer Feuerwehr. Als vermutet wurde, dass er in Privaträumen Sex mit einem 16-Jährigen gehabt haben soll, erstattete der Vereinsvorstand Strafanzeige und kündigte den Rauswurf an. Dem kam der Beschuldigte mit seinem Ausscheiden zuvor. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt sah für den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs keinen Tatverdacht. Das Verfahren wurde eingestellt.

Die Angelegenheit kochte im vergangenen Jahr wieder hoch. Der Mann war zwischenzeitlich nach Dortelweil gezogen und wollte bei der dortigen Feuerwehr Mitglied werden. Das wurde ihm jedoch mit Hinweis auf diese Geschichte verwehrt.

Wie Frank, der Feuerwehrdezernent der Stadt Vilbel ist, bereits Anfang Oktober nach dem Prozessauftakt berichtete, hatten sich alle Führungspersonen der Stadtteilwehren im Wehrausschuss gegen die Aufnahme des Manns ausgesprochen. Der ließ die Sache aber nicht ruhen und legte dagegen beim Widerspruchausschuss Beschwerde ein.

Frank formulierte daraufhin ein Schreiben an das Gremium, hierbei soll es zu den umstrittenen Äußerungen gekommen sein, etwa dass der Mann nicht nur mit einem Jugendlichen Sex vollzogen haben solle. Außerdem soll der 16-Jährige zu dieser Zeit noch bei der Jugendfeuerwehr gewesen sein. Frank berief sich damals auf die Aktenlage.

Das weitere Vorgehen will der Stadtrat mit seinem Anwalt abklären, sobald die Begründung des Amtsgerichts vorliegt. Frank kündigte an, dass er in seinem Schreiben an die Widerspruchkommission „wohl einige Begrifflichkeiten“ ändern müsse.

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