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Segmüller im Nebel

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Von: Tina Full-Euler

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Der Vilbeler Bauamtsleiter Erik Schächer (rechts) erklärt die geplante Lage von Segmüller im Quellenpark.
Der Vilbeler Bauamtsleiter Erik Schächer (rechts) erklärt die geplante Lage von Segmüller im Quellenpark. © Joachim Storch

Der Möbelgigant Segmüller will sich im Vilbeler Quellenpark ansiedeln. Dazu müsste das Gewerbegebiet im Flächennutzungsplan in ein „Sondergebiet Möbel“ umgewidmet werden. Die Stadt verspricht sich davon bis zu 600 Arbeitsplätze.

Der Nebel war so nicht geplant. Das Wetter machte den angereisten Mitgliedern von Regionalversammlung und Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/ Rhein-Main einen Strich durch die Rechnung. Sie wollten sich ein Bild von dem Ort machen, wo das Möbelhaus Segmüller sich anzusiedeln wünscht: eine etwa elf Hektar große Fläche im Vilbeler Quellenpark nördlich der L3008 zwischen B3 und Bahnlinie.

Damit Segmüller nach Vilbel kommen kann, muss die im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesene Fläche in ein „Sondergebiet Möbel“ umgewidmet werden. Diese Gebietsumwidmung wird derzeit geprüft. Die Regionalversammlung werde im Dezember, die Verbandskammer des Planungsverbands im Februar abstimmen, kün-digte Verbandsdirektor Heiko Kasseckert bei der anschließenden Zusammenkunft der Gremien im Golfclub an. Die Veranstaltung sei ein Informationstermin im Vorfeld der Abstimmung, betonte Kasseckert.

Es werde schwer, nördlich von Frankfurt ein vergleichbar geeignetes Gebiet für ein solch großes Möbelhaus zu finden, warb der Vilbeler Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) für das Projekt. Es wäre die erste Ansiedlung im Quellenpark, nachdem die Brauerei Radeberger erst zu- und dann abgesagt hatte. Es sei nicht vorgesehen, dass sich neben Segmüller weitere Fachmärkte ansiedelten, sagte Stöhr. Er verspreche sich durch Segmüller „weitere Wirtschaftskraft“ für Bad Vilbel und weitere 500 bis 600 Arbeitsplätze in der Stadt. Dass Segmüller auch sogenannte innenstadtrelevante Sortimente anbieten möchte, „haben wir zu diskutieren“, sagte Stöhr – etwa eine Beschränkung auf zehn Prozent des Angebots.

Das Darmstädter Planungsbüro „Von Mörner + Jünger“ hat im Auftrag der Stadt die Verkehrssituation rund um den künftigen Segmüller untersucht. „Die Knotenpunkte schaffen das“, sagte Gutachter Harald Jünger. Die Verkehrssituation sei „im Regelfall befriedigend“. Stefan Holl von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) prognostizierte dem Möbelhaus 2,5 Millionen potenzielle Kunden mit einer Kaufkraft von 1,8 Milliarden Euro.

Dabei ging der Gutachter von einem Einzugsgebiet von bis zu 45 Minuten Fahrzeit aus. Durch das zentrenrelevante Sortiment seien „keine wesentlichen Schädigungen“ in den Umlandstädten abzuleiten“, sagte Holl. „Hauptbetroffen ist Bad Vilbel selber.“ Die Vilbeler Anbieter könnten jedoch auch „von Abstrahleffekten und einem großen Einzugsgebiet profitieren“. „Den positiven Abstrahleffekt von Segmüller in Weiterstadt auf Mörfelden-Walldorf hat man gesehen: Das Haushaltswarengeschäft hat geschlossen“, meldet sich ein Teilnehmer zu Wort. Bis zu zehn Prozent Umsatzverteilung würde im Allgemeinen von den Geschäftsleuten akzeptiert, sagte Verbandsdirektor Kasseckert. Bei einer Reduzierung dieser Zahl würden „die Auswirkungen deutlich erträglicher“.

Dieser Zusammenhang fehle im Gutachten und sei, was die Geschäfte der Vilbeler City betrifft, noch durchzurechnen, so Kasseckert. „Wir möchten mit den örtlichen Geschäftsleuten gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagte Segmüller-Geschäftsführer Johannes Segmüller.

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