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Zum feuerwehrtechnischen Teil der Prüfung zählt auch das ordentliche Verlegen von Schläuchen etwa durch einen Tunnel.

Jugendfeuerwehren

Schnelligkeit und sichere Handgriffe

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Bei der Stadtmeisterschaft können die Kernstädter  ihre Siegesserie fortsetzen.

Der Schlauch muss flach auf dem Boden liegen und darf nicht – wie hier zu sehen – Drehungen haben“, kommentiert Stefan Schmidt, Stadtjugendwart der Feuerwehr Bad Vilbel, die Arbeit einer Gruppe. Bei einem realen Einsatz sei es jedoch nicht nötig, die textile Wasserleitung so ordentlich zu verlegen, aber irgendwie müsse die Leistung bepunktet werden, sagt er. Um viele Punkte ging es am Samstag auf dem Niddasportfeld bei der Stadtmeisterschaft der Jugendfeuerwehren. Trupps mit zusammen knapp 50 angehenden Feuerwehrfrauen und -männern im Alter von zehn bis 17 Jahren aus den fünf Stadtteilen traten an. Die Nachwuchssorgen bei den Vilbeler Stadtteilwehren sind zweigeteilt, so Schmidt.

Die Gründung von Kinderfeuerwehren etwa auf dem Heilsberg oder in Dortelweil habe sich als richtig erwiesen. „Mittlerweile hat jeder Stadtteil eine und sie sind alle voll.“ Mancher Bewerber zwischen sechs und zehn Jahren müsse sich sogar auf einer Warteliste gedulden. Die personellen Verluste treten nicht selten mit der Pubertät ein, wenn die Liebe erwacht oder die Schule mehr Zeit fordert. „Dann besteht meine Aufgabe als Jugendwart etwa darin, die Leute zusammenzuhalten“, sagt Schmidt. Anlass zur Klage hat er dennoch nicht. „Insgesamt sind wir gut aufgestellt“, sagt er. Kinder und Jugendliche seien nicht allein wichtig für den späteren Aktiventrupp. Das Mitwirken bei der Feuerwehr diene einer guten Persönlichkeitsentwicklung wegen der „unglaublich vielfältigen Aufgaben und Angebote sowie dem Teambuilding“, so Schmidt.

Die Vorstellung, dass nur die Kinder früh bei der Feuerwehr mitmachen, die dort Verwandte oder Freunde haben, stimme für Bad Vilbel nur eingeschränkt, so Schmidt. Das kann der elfjährige Cornelius bestätigen. „Ich bin bei der Feuerwehr, weil ich anderen Menschen helfen will“, sagt er. Ohne Vorbild ist auch Ella zur Feuerwehr gekommen. Die 15-Jährige ist seit acht Jahren dabei. Selbstverständlich ist für sie, dass sie im nächsten Jahr in die Aktivenabteilung wechselt.

Laufen gegen die Uhr: Das Zeitlimit betrug sechs Minuten.

Für den 13-jährigen Leon und seinen zwölfjährigen Kameraden Marvin waren es die Papas, die als Aktive das Vorbild gaben. Beide Jungs sind bereits ihr halbes Leben bei der Feuerwehr. Es gibt aber auch anderen ehrenamtlichen Nachwuchs, der jedoch - ungeachtet der vielen Neubürger in der Stadt - recht selten vorkommt: der Quereinsteiger. Schmidts Stellvertreter Michael Köllner ist so einer. Vor drei Jahren, immerhin im 50. Lebensjahr, wagte er den Schritt. Durchlief nach der Grundausbildung verschiedene Lehrgänge. Wenn er vom „Engagement und Teamgeist“ bei der Wehr erzählt, strahlt sein Gesicht bubenhaft.

Die Stadtmeisterschaft zeigt sich keineswegs als Spielevormittag, sondern wird nach den Richtlinien des Bundeswettbewerbs ausgerichtet und besteht aus zwei Teilen: einem Löschangriff als Trockenübung und einem Lauf über 400 Meter auf der Bahn des Sportstadions; dabei gilt es einige Aufgaben zu ledigen. Beim Löschangriff müssen Schläuche nach den Regeln der Feuerwehr zum Brandherd verlegt werden, dabei sind Hindernisse zu überklettern oder zu durchkriechen. Nach dem ersten Teil gab sich der Trupp aus der Kernstadt zuversichtlich, den großen Säulenpokal, der von der Tribüne golden glänzte, ins Vereinsheim zu tragen - wieder mal. Was sich auch am Ende bestätigte, man erreichte 1340 von 1400 Punkten. Zum wievielten Mal, das konnten die Sieger nicht sagen. „Einen haben wir schon dauerhaft“, heißt es.

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