Stoßstange an Stoßstange auf der Friedberger Landstraße.
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Stoßstange an Stoßstange: Stau gibt es reichlich im Rhein-Main-Gebiet.

Bad Vilbel

Plan gegen Stau in Bad Vilbel

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Bad Vilbeler CDU unternimmt einen neuen Anlauf für eine Südumfahrung zur Friedberger Landstraße. In Frankfurts nordöstlichen Stadtteilen würde der Verkehr zunehmen.

Mit einer Südumgehung zur Friedberger Landstraße erhofft sich Bad Vilbel in der morgentlichen und abendlichen Rushhour weniger Durchgangsverkehr in der Stadt. Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) hatte bereits vor zwei Jahren für eine solche Umfahrung, kreuzungslos südlich vorbei an der Musterhausausstellung, geworben. Der Plan fiel ob des Flächenverbrauchs und der Lage auf Frankfurter Gemarkung im Römer durch. Nun versucht die Vilbeler CDU einen erneuten Vorstoß mit einer modifizierten Variante, die jedoch wie die alte dem nordöstlichen Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim noch mehr Autos bringen würde.

Der Verkehr von Hanau nach Frankfurt und umgekehrt soll separiert und dicht an der Rückseite der Fertighausausstellung vorbeigeleitet werden, sagt der Bad Vilbeler CDU-Chef Tobias Utter. Die Straße läge damit auf Vilbeler Gemarkung. Allerdings kommt die neue Straße nicht ohne Rampen und Brücken auf der „Friedberger“ und B521 aus. Und damit der Pendlerstrom an der Nordumgehung von Bergen-Enkheim ebenfalls ampelfrei rollen kann, soll dort vor der Ortseinfahrt eine bogenförmige Rampe entstehen, möglicherweise mit Verbreiterung der B521 zwischen Bad Vilbel und Jüdischem Friedhof.

Pläne für Tunnel verworfen

„Im Gegensatz zum ersten Plan wird mit dem jetzigen Vorschlag eine Möglichkeit aufgezeigt, bestehende Straßen zu nutzen und sie platzsparend leistungsfähiger machen“, sagt Utter. „Durch diese Maßnahme wird Bad Vilbel vom Durchgangsverkehr auf der Büdinger Straße/L3008 entlastet.“ Es seien vor allem Pendler aus den Kommunen im Main-Kinzig-Kreis, die so über die B3 und A661 nach Frankfurt gelangen wollten, weil ihnen der morgendliche Stau auf der B521 bei Bergen-Enkheim zu lang sei. Vilbels innerörtlicher ÖPNV, der Vilbus, hat vor der Autoschwemme bereits teilkapituliert. Weil morgens der Fahrplan kaum eingehalten werden kann, kann der Busfahrer „flexible Pausen“ einlegen. Den neuralgischen Punkt bildet die Kreuzung Büdinger Straße / Friedberger Straße. Die kühne Idee eines Verkehrsplaners, die Kreuzung in Ost-West-Richtung zu untertunneln, wurde aus Platzgründen verworfen.

Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) betrachtet den neuerlichen Vorstoß aus Bad Vilbel mit Skepsis. „Mit der Südumfahrung ist vermutlich nur eine marginale Erleichterung erzielbar“, sagt er. Ausbaupläne für die B521 gebe es zurzeit keine. Der Abschnitt nördlich von Bergen-Enkheim könnte sich zudem als sensibel darstellen. Im Vorjahr hatte sich der Ortsbeirat dafür ausgesprochen, dass knapp 29 Hektar zwischen Nordring und B521 zu Bauerwartungsland umgewidmet werden, dem Vernehmen nach für bis zu 1000 Wohneinheiten. Aktuell prüft der Regionalverband die Nutzung.

Welche Wirkung eine Südumgehung auf die untere Friedberger Landstraße mit ihren Engstellen haben würde, ist noch unklar, bemerkt Utter. „Es fehlen noch Detailbetrachtungen“, sagt er. Eine Vision soll das Vorhaben jedoch nicht bleiben. Mit der Stadt Frankfurt soll es bald Gespräche geben. Termine gebe es noch nicht. Das Projekt soll laut Utter jedoch bis zur Kommunalwahl im März 2021 konkrete Formen annehmen.

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