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Neues Haus für die Rockacademy

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Von: Detlef Sundermann

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In ihrem neuen Domizil in der Heinrich-Heine-Straße können die Rockmusiker richtig viel Krach machen.
In ihrem neuen Domizil in der Heinrich-Heine-Straße können die Rockmusiker richtig viel Krach machen. © Michael Schick

In der Bad Vilbeler Musikschule kehrt dank des Konjunkturpakets Ruhe ein - die Sparten Rock und Pop werden künftig in einem Neubau am Festplatz unterrichtet. Dort ist die Umgebung ziemlich lärmunempfindlich.

„Meinen Schreibtisch muss ich jetzt nicht mehr festhalten, wenn ein Stockwerk tiefer der Unterricht der Schlagzeuger läuft“, sagt Juliane Zollmann-Lang, die Leiterin der Musikschule Bad Vilbel-Karben. Die Drummer haben die Alte Mühle, die Hauptstelle der Musikschule, verlassen und sind in einen Neubau gezogen.

„Rockademy“ heißt die neue Wirkungsstätte, die sich mitten in einer lärmunempfindlichen Umgebung befindet. Auf der einen Seite der Festplatz und auf der anderen – mit gebührendem Abstand – Hit Radio FFH mit seinem Sendehaus. Im älteren Flachbau nebenan proben die Stadtkapelle und der Harmonika Spielring.

In der Rockademy werden die Sparten Rock und Pop unterrichtet, das kommt auch der Abteilung E-Gitarre und -Bass zugute. Die Schüler erhielten über drei Jahre lang in der müffelnden Herrensauna des ehemaligen Kurmittelhauses am Hallenbad ihre Stunden. Mit dem Umzug in die Rockademy verbessert sich für sie nicht nur die Raumluft (vollklimatisierte Räume), sondern auch das Platzangebot.

Der Flachbau beherbergt drei Proben- und Unterrichtsräume in den Größen 20, 30 und 40 Quadratmeter. Band- oder Orchesterproben müssen somit nicht mehr in einer Sardinenbüchse abgehalten werden. Eine Küche mit Büroecke, eine Abstellkammer und eine Sanitäreinrichtung sowie ein Foyer mit Sitzreihen zählen zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen des Neubaus.

„Seit 18 Jahren bin ich an diesem Projekt dran“, erzählt Zollmann-Lang am Samstag in einer Pause mitten im Umzugstrubel. Am Geld war es bislang immer gescheitert. Doch dann geschah das Paradoxe: Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat im vergangenen Jahr den Wunsch der Musikschule erfüllt.

„Im Radio habe ich von dem Konjunkturpaket der Bundesregierung gehört“, berichtet die Schulleiterin. Einen Tag später stand sie bei Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) im Dienstzimmer, um ihm von dem Plan zu unterrichten. Mit Kulturamtschef Claus-Günther Kunzmann suchte Stöhr nach einem geeigneten Standort, der sich letztlich am Festplatz herauskristallisierte.

Aus dem Konjunkturpaket gab es für den Neubau rund 200000 Euro. Der Förderverein steuerte 65000 Euro bei. Der Kostenrahmen war damit fixiert. Um die beim Bauen üblichen Ausgabensteigerungen auszugleichen, musste auf einige Wünsche verzichtet werden, beispielsweise auf das Oberlicht im Foyer oder auf manche Steckdose.

Ob bei der akustischen Dämmung der nebeneinanderliegenden Probenräume nicht zu sehr der Rotstift angesetzt wurde, das wird sich erst jetzt herausstellen. „Wir haben es vorab nicht ausprobiert“, sagt Jürgen Urmann-Süßer, Dozent für E-Gitarre. Es wurde jedoch mehr getan, als lediglich Eierkartons und Schaumstoffmatten an die Wände zu kleben.

Doppelwände als Schallschutz

Zum Teil doppelt gemauerte Wände mit einer Stärke von knapp 30 Zentimetern, darauf montierte hölzerne Lochrasterplatten mit Dämmstoff darunter und abgehängte Decken sollen verhindern, dass weder das „Shreddern“ auf der E-Gitarre im Raum links, noch der Drummer im Raum rechts den Pop-Gesang im Raum dazwischen stören. Ein perfekter Schallschutz sei nicht von Vorteil, weiß Urmann-Süßer. „In einem schalltoten Raum lässt es sich nicht gut unterrichten.“

In der Rockademy werden 15 Lehrer ihre Kurse abhalten. Schon jetzt sei das Haus sehr gut belegt, sagt Zollmann-Lang. Das Programm soll noch ausgeweitet werden, vor allem um projektorientierte Angebote wie Bandcoaching oder Sommerakademie.

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