Bad Vilbel

Neuer, unbekannter Investor in Bad Vilbel

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Cesa Group gibt 45 Prozent vom 800 Millionen Euro Projekt Springpark Valley an einen neuen Investor ab. Mit seinem Namen will die Stadt noch nicht herausrücken.

Das Bauvorhaben Springpark Valley hat einen neuen Geldgeber, teilt die Stadt mit. Der bisherige Hauptinvestor, die Berliner Cesa Group, gibt von ihren 90 Prozent an dem rund 800 Millionen Euro teuren Projekt die Hälfte ab. Wer der neue Geldgeber der Bürostadt der Zukunft samt Hotel und Läden ist, darüber schweigen sich Magistrat und Cesa aus. Die Opposition im Stadtparlament bezeichnet das als typische Intransparenz der Stadt.

„Aus vertraglichen Gründen können wir bis zur notariellen Beurkundung keine Namen von Investoren nennen“, heißt es von der Pressestelle der Cesa Group auf Anfrage der FR. Über den Grund der Abgabe von Anteilen äußert sich das Unternehmen nur pauschal. „Ziel ist es, für alle Projektphasen hinsichtlich der Finanzierung ein stärkeres Partner-set-up zu installieren.“ Mit dem neuen Partner sollen die bisherigen Pläne zu 100 Prozent umgesetzt werden, heißt es.

Die Smartcity

Springpark Valleyist eine autonome Arbeitsstadt mit 6500 Büroplätzen für so genannte „Innovatoren“.

Zum Konzeptzählen Co-Working Spaces für flexible Arbeitsplätze, die 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche genutzt werden können.

Die Infrastrukturbesteht aus Wohnungen, Hotel, Läden, Gastronomie und ein Parkhaus für 3500 Autos. sun

Die Stadt hat die neun Hektar Bauland bei Massenheim zwischen B3 und Nordbahnhof für 40 Millionen Euro verkauft. Zwei Millionen Euro soll es als Anzahlung bei Vertragsunterzeichnung gegeben haben, der Rest sollte bis Ende 2019 überwiesen sei, war er jedoch nicht. Anfang März teilt der zuständige Stadtrat Klaus Minkel (CDU) auf Anfrage mit, dass zur Vorbereitung der Kaufpreiszahlung die Grundschuld bestellt worden sei. Der Stadt fehle noch eine Bürgschaft wegen der von Cesa übernommenen Erschließungsverpflichtungen. Die Erschließungsarbeiten laufen jedoch schon länger auf Hochtouren.

Laut Minkel befindet sich das Projekt auf einem sicheren Pfad. Der neue Investor sei ein „sehr bedeutender, sehr erfahrener und finanziell sehr leistungsfähiger Bauträger“. Für Minkel steht auch fest: „Damit gewinnt dieses anspruchsvolle Bad Vilbeler Großprojekt erheblich an Stabilität, auch finanziell.“

Springpark Valley gilt als unternehmerische Goldgrube - zumindest für Projektentwickler und Mitinvestor Jörg-Peter Schultheis. Er sprach im Oktober bei einer öffentlichen Vorstellung von rund 2000 Anfragen, darunter auch von Bosch. Schultheis gab bekannt, zudem mit Google in London im Gespräch zu sein.

Weniger euphorisch äußert sich die Opposition zur Entwicklung. Die SPD sieht die Umsetzung des Projektes mit Skepsis, sagt Fraktionschef Christian Kühl auf Anfrage. Nicht nur wegen der überraschenden Hinzunahme eines weiteren Investors, es komme wegen der Coronakrise auch zur Unzeit. Der Grünen-Fraktionschef Jens Matthias spricht von einer typischen „maximalen Intransparenz“ der Stadt bei Großprojekten. „Wir haben jetzt die Schwierigkeit, dass die Stadt bei den Einschließungsarbeiten vermutlich in Vorleistung treten muss“, so Matthias.

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