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Wohnungsmarkt

Nähe zu Frankfurt treibtImmobilienpreise in die Höhe

Die Wohnungspreise in Bad Vilbel sind um ein Drittel gestiegen. Ein Makler erwartet weiter hohes Kaufinteresse.

Vor einigen Jahren war eine Eigentumswohnung in Bad Vilbel für 3500 Euro pro Quadratmeter zu haben. Inzwischen müssen Käufer:innen mindestens 30 Prozent mehr überweisen. „Eine neue Eigentumswohnung in guter Lage kostet in Bad Vilbel mittlerweile 6000 Euro pro Quadratmeter. Eine 20 Jahre alte Wohnung gibt es für um die 4000 Euro“, sagt Manfred Janda.

Dem 66-Jährigen gehört die Außenstelle des Maklerbüros Von Poll Immobilien in der Frankfurter Straße. Die Preise sind in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Besonders die Quellenstadt gewinne an Bedeutung, weil Frankfurt „schlicht und ergreifend einfach nicht mehr bezahlbar ist“.

In Karben sind die Preise zwar nicht ganz so hoch, aber auch gestiegen. „Bis zu 4500 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung“, sagt Janda. Der Experte weiß, dass das Interesse an Karben, aber auch an Schöneck und Nidderau gestiegen ist. „Die sind im vergangenen Jahr gut gelaufen. Die Wohnqualität ist groß, die Infrastruktur gut. Und viele Leute sind offener geworden.“

Der 66-Jährige spricht von einem „guten Jahr. Wäre Corona nicht, hätten wir mit Sicherheit noch ein besseres gehabt.“ Wenn der Geschäftsstelleninhaber von „gut“ spricht, dann bedeutet das: „Wir haben mehr als 90 Prozent der Objekte, die uns angeboten worden sind, verkauft.“ Wichtig dafür sei eine stringente Einkaufspolitik. „Viele Eigentümer lesen die Zahlen auf Seiten im Internet, andere Makler nehmen das Haus zu einem viel zu hohen Preis an und werden es dann nicht mehr los. Wir kaufen nicht, was höher ist als der eigentliche Wert.“

Die Angebote

Ungewöhnlich schnell steigen Grundstücks- und Handwerker:innenpreise. Das wirkt sich auf die Immobilienpreise aus, die wiederum das Mietniveau entscheidend beeinflussen.

In Bad Vilbel weist Immobilienscout 24, die deutschlandweit größte Internetplattform für diese Branche, aktuell gut 23 Kaufangebote für Eigentumswohnungen aus, wobei der Spitzenpreis von 6621 Euro pro Quadratmeter für ein Objekt im Elisabethenhain gilt. Die von Immobilienscout angegebenen Durchschnittswerte für 2020 liegen bei 3796 Euro pro Quadratmeter. Der Preis ist seit dem ersten Quartal 2017 um insgesamt 37 Prozent gestiegen.

In Karben offeriert die Internetplattform derzeit sieben Objekte und gibt den Durchschnittskaufpreis 2020 mit gut 2990 Euro pro Quadratmeter an. 2017 lag er bei knapp 2100 Euro. wpa

Das Einwerten sei die hohe Kunst eines Maklers. „Umso exakter man dabei an den Preisen des Marktes dran ist, umso schneller wird das Objekt verkauft.“ Dafür sei es wichtig, eben jenen Markt genau zu beobachten. „Ein Kauf und Verkauf bedarf viel Vorarbeit.“

Die Corona-Pandemie hat diese Vorarbeit nicht gerade vereinfacht – besonders wenn es für Makler:innen um die Beschaffung von Dokumenten geht. „Beim Bauamt jemanden zu erreichen ist schwierig.“ Außerdem seien einige Verkäufer:innen derzeit etwas vorsichtig. „Sie wollen niemanden in die Häuser lassen. Das ist auch absolut verständlich.“ Dennoch weist Janda auf die hohen Sicherheitsvorkehrungen bei Besichtigungen hin. „Plastikschuhe, Maske und natürlich Abstand. Wir haben die Personenzahl verkleinert.“

An potenziellen Käufer:innen mangelt es nicht. „Der Käuferdruck ist wahnsinnig hoch“, weiß der Experte. Die Pandemie hat zwar einige zurückgeworfen, dennoch gebe es viele Kund:innen, die vielfach kaufen. „Es ist nach wie vor viel Geld da. Nur nicht mehr bei jedem.“

Wichtig sei ohnehin erst zur Bank zu gehen. „Die Finanzierung muss geklärt sein, sonst ist eine Zusammenarbeit nicht möglich.“ Die Aussichten auf dem hiesigen Immobilienmarkt sieht der Geschäftsstelleninhaber günstig. „Das Interesse am Kauf einer Immobilie in Vilbel und dem Umland ist nach wie vor sehr hoch, und die Preise dürften sich auf dem Stand von 2020 stabilisieren.“ Durch das neue Maklergesetz zahlen Käufer:innen und Verkäufer:innen nun die gleiche Provision. Das sei fair und komme auf dem Markt gut an, sagt Janda.

Der Trend der steigenden Preise ist dennoch erkennbar. „Für ein Haus lässt sich das immer schwer beziffern. Das Durchschnittshaus, das wir verkauft haben, kostet 600 000 Euro. Jedoch ist da auch etwas deutlich günstigeres und etwas viel teureres dabei. Das ist also nicht wirklich aussagekräftig.“

In Bad Vilbel nach wie vor sehr beliebt sind der Niederberg, Teile des Heilsbergs und die Lehmkaute gegenüber dem Dottenfelderhof. Aber auch in Dortelweil „haben wir in den vergangenen Jahren viele Häuser verkauft. Hauptsächlich wegen der Europäischen Schule Rhein-Main“.

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