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Auch die Jungsinfonikerinnen zeigen beim Weihnachtskonzert ihr Können. christine fauerbach

Bad Vilbel

Die Musikschule Bad Vilbel und Karben wird 50

Angebote für alle Altersgruppen gibt es viele, aber die Raumnot an den beiden Standorten ist groß. Trotz Außenstellen in Kitas und Schulen.

Seit 50 Jahren ist die Musikschule Bad Vilbel und Karben ein fester Bestandteil des Kulturlebens in beiden Städten. Einst gegründet von einer von einer Bürgerinitiative ist sie heute die größte der fünf staatlich anerkannten Musikschulen in der Wetterau und die viertgrößte in Hessen.

Das Ziel, den als unzureichend empfundenen Musikunterricht an den allgemeinbildenden Schulen zu ergänzen und für jedes Kind die Möglichkeit zu schaffen, ein Instrument zu lernen oder in einem Chor zu singen, wurde erfüllt. Und inzwischen auf alle Altersgruppen ausgeweitet. Gefeiert wird das Jubiläum bis Juni 2020 mit vielen Veranstaltungen, Projekten und Konzerten.

Die Herausforderungen bestehen darin, „das Gleichgewicht zwischen Bezahlbarkeit des Instrumentalunterrichts und dem gewollten Qualitätsstandard der Lehrkräfte zu erreichen“, sagt Musikschulleiterin Claudia Hölbling. Das Geld dafür kommt zu 80 Prozent von den beiden Städten. Die restlichen 20 Prozent finanzieren sich durch Zuschüsse des Wetteraukreises, des Landes Hessen und anderen Geldgebern wie Eltern und Förderverein. Der momentane Haushalt hat einen Umfang von drei Millionen Euro. Von den Einnahmen fließen 90 Prozent in die Deckung der Personalkosten, sechs der 90 Mitarbeiter sind in der Verwaltung tätig. Bei den Lehrkräften überwiegt, vor allem wegen der Teilzeitstellen, der Frauenanteil.

Von Anfang an ein Problem ist die Raumnot. Hölbling: „Die Räume in der Alten Mühle platzen aus allen Nähten“. Aufgefangen wird der Ansturm von derzeit rund 3100 Instrumental- und Gesangsschülern mit Hilfe von 43 Außenstellen in Kitas und Schulen.

Claudia Hölbling, Leiterin der Musikschule Bad Vilbel und Karben, präsentiert die Festschrift „50 Jahre Musikschule“.

„Ideal wäre ein weiteres Gebäude mit vielen Räumen, um jedem Kind, Jugendlichen und Erwachsenen in Bad Vilbel und Karben ein schwellenfreies Musikangebot anbieten zu können“, sagt die Musikschulleiterin. Dies sei wichtig, denn Musizieren sei eine der wenigen Möglichkeiten, „sich in dieser schnellen und aggressiven Welt selbsttherapeutisch mit sich auseinanderzusetzen. Üben ist die Zeit, die du nur mit dir ausmachst.“

Beim Unterricht geht der Trend zum Gruppenunterricht und Unterricht mit Kooperationspartnern wie dem Bläserensemble an der Kurt-Schumacher-Schule. In der Musikschule besuchen Kleingruppen mit zwei bis zehn Schülern den Instrumental- oder Orchesterunterricht. „Das Instrumentenkarussell boomt.“

Ein weiterer Trend lässt sich bei den Konzertformaten festmachen. Dazu gehören beispielsweise Projekte wie das Bad Vilbel Musical, Carmina Burana, aber auch der Kindertag mit der Möglichkeit, Instrumente auszuprobieren. Im Kommen sind auch Events, zu denen die Musikschule gemeinsam mit dem Kino oder Theater und Bistro Alte Mühle einlädt.

Hölbling wünscht sich, dass die Musikschule in beide Städte als kommunale und nicht wie bisher öffentlich kommunalnahe Einrichtung integriert wird. Dies ist beispielsweise in Frankfurt der Fall, wo die Musikschule ein eingetragener Verein ist, die Musiklehrer aber bei der Stadt angestellt sind. „Das würde die verwaltungstechnischen Arbeiten erleichtern.“

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