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Morden auf dem Papier

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Regio-Sprecherin Ivonne Keller aus Dortelweil, Präsidentin Pupuze Berber aus Frankfurt und Meike Schwagmann aus Wächtersbach (v. l.). Fauerbach (2) © Christine Fauerbach

Bad Vilbel - Insgesamt 100 Krimi-Autorinnen aus dem Netzwerk „Mörderische Schwestern“ treffen sich drei Tage lang in Bad Vilbel. Wer wissen möchte, was den Frauen kriminalistisch im Kopf herumgeht und was sie zu Papier bringen, kann das bei Lesungen und einer „Ladies Crime Night“ erleben. Ab Freitag sollten die Bad Vilbeler Türen und Fenster, vor allem auf dem Heilsberg und in der Kernstadt, verschlossen halten.

Denn dann treffen sich 100 „Mörderische Schwestern“ zu ihrer diesjährigen, internen Vollversammlung im City-Hotel. Und sie laden zu öffentlichen Lesungen in die Stadtbibliothek und ins City-Hotel ein.

Zwar gehen die „Mörderischen Schwestern“ über Leichen, aber zum Glück nur in ihrer Fantasie und auf dem Papier. „Unser Netzwerk hat über 700 Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vereinsziel ist es, die von Frauen verfasste, deutschsprachige Kriminalliteratur zu fördern, sich zu vernetzen, zu informieren und sich gegenseitig zu unterstützen“, erklärt Präsidentin Pupuze Berber aus Frankfurt. In Deutschland ist das Netzwerk in 15 regionale Gruppen gegliedert. Die Dortelweiler Thriller-Autorin Ivonne Keller ist eine Regio-Sprecherin und vertritt 60 Mitglieder.

LESUNGEN

Die „Ladies Crime Night“ am Samstag, 19. November, beginnt um 20.30 Uhr und verspricht Spannung und Unterhaltung in der Stadtbibliothek Bad Vilbel (Niddaplatz 2). Acht Autorinnen nehmen ihre Zuhörerinnen und Zuhörer jeweils sechs Minuten lang mit in ihre Welt des Verbrechens. Dann ertönt ein Schuss, und schon betritt die nächste Autorin die Bühne.

Moderiert wird die „Ladies Crime Night“ von Pupuze Berber. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Harfenistin Esther Groß. Lesen werden Gisa Pauly, Gitta Edelmann, Christiane Dieckerhoff, Anke Küpper, Maike Frie, Ingrid Reidel, Christine Neumeyer und Franziska Henze.

Karten gibt es unter anderem im Kartenbüro, Telefonnummer 0 61 01/55 94 55, per E-Mail an: ticket@bad- vilbel.de oder direkt an der Abendkasse.

Einblicke in ihre Werke geben Autorinnen des Netzwerks „Mörderische Schwestern“ darüber hinaus bei zwei weiteren Lesungen: Am Freitag, 18. November, liest die aktuelle Stipendiatin Maike Möller-Engemann ab 16 Uhr aus ihrem Kriminalroman „Femizide“. Die zweite Lesung um 20 Uhr trägt den Titel „Transcrime“. Schriftstellerin Marsali Taylor erzählt darin von der Landschaft, den Menschen und den kulturellen Eigenheiten der schottischen Inseln, die ihre Krimis prägen.

Diesen beiden Lesungen finden im City-Hotel auf dem Heilsberg statt. Karten inklusive eines Getränks gibt es nur an der Abendkasse. cf

„Wir tagen zum ersten Mal in Bad Vilbel, haben uns bisher nur mit einer Lesung dem Publikum vorgestellt“, sagt Keller. Die netzwerkinterne Unterstützung und Förderung der „Mörderischen Schwestern“ hat viele Facetten. Es gibt ein Mentoren-Programm, bei dem eine erfahrene Autorin ein Jahr lang ein Projekt einer noch unerfahrenen Kollegin oder Schreibanfängerin begleitet. Jedes Jahr bilden sich neue Mentoring-Tandems, derzeit sind es neun. Gefördert wird der schriftstellerische Nachwuchs außerdem mit einem einmal im Jahr vergeben Schreib-Stipendium in Höhe von 1500 Euro.

Zudem wird alle drei Jahre ein Preis verliehen. Die „Goldene Auguste“ geht immer an eine Person, die sich um den Krimi von Frauen verdient gemacht habe, wie Autorin Meike Schwagmann aus Wächtersbach sagt. Die gebürtige Lübeckerin ist Mitbegründerin der Hanauer Autorengruppe „Zwanzig Zehn“. Sie schreibt unter ihrem Namen historische Kriminalromane und unter ihrem Pseudonym Meta Friedrich Gartenkrimis. Die Stadt Bad Vilbel und die „Mörderischen Schwestern“ organisieren gemeinsam eine „Ladies Crime Night“. Dafür hat die Stadt die Stadtbibliothek zur Verfügung gestellt. Das Autohaus Fischer-Schädler richtet für die Autorinnen einen Shuttle-Service ein. „Wer diesen Bus sieht und fotografiert, hat freien Eintritt“, kündigt Kulturamtsmitarbeiterin Annette Zindel-Strauß an.

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koe_Ladies_Crime_Nihgt_1_4c_2 © Christine Fauerbach

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