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Milde Rüge für die Kreisverwaltung

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Konrad Dörner (CDU) leitete den Ausschuss  zur Erddeponie Gronau und verfasste den Abschlussbericht.
Konrad Dörner (CDU) leitete den Ausschuss zur Erddeponie Gronau und verfasste den Abschlussbericht. © Privat

Auf der Erddeponie bei Gronau ist das Fünffache der genehmigten Menge abgekippt worden: 165.000 Kubikmeter statt 32.000. Ob dort auch giftige Stoffe gelandet sind, wird noch untersucht. Die Ausschussmehrheit sieht aber nur kleine Fehler.

Von Bruno Rieb

Am Ende des Akteneinsichtsausschusses zur Erddeponie beim Bad Vilbeler Stadtteil Gronau steht eine Rüge an die Verwaltung des Wetteraukreises. Die Rüge ist den Grünen allerdings zu milde. Sie wollen eine Minderheitenstellungnahme abgeben. Als einzige votierten sie gegen den vom Ausschussvorsitzenden Konrad Dörner (CDU) vorgelegten Abschlussbericht. Die SPD stimmte mit der CDU-FW-FDP-Koalition dafür, nachdem ihre beiden Ergänzungsvorschläge darin aufgenommen worden waren.

Auf der Erddeponie bei Gronau ist das Fünffache der genehmigten Menge abgekippt worden: 165.000 Kubikmeter statt 32.000. Ob dort auch giftige Stoffe gelandet sind, wird noch untersucht.

Die Kreisverwaltung habe die Ausführung der von ihr erteilten Baugenehmigung nicht sorgfältig genug überwacht, befand die Ausschussmehrheit am Dienstagabend. Die SPD hatte Wert darauf gelegt, dass es um die Überwachung und nicht um die Baugenehmigungen gehe, denn die seien korrekt gewesen. Die Grünen bezweifeln das. Es sei seltsam, dass 15 Einzelgenehmigungen für die Erweiterung der Deponie an einem Tag ausgestellt worden seien, sagte deren Abgeordnete Hannelore Rabl. Laut Dörner liegt das daran, dass sich die Genehmigungen auf mehrere Parzellen beziehen, von der jede einzeln behandelt werden musste.

Die Kritik der Ausschussmehrheit verwandelt sich rasch in Lob. Die „leichten Schwachstellen“ seien inzwischen „offensichtlich beseitigt“ worden, die Verwaltung habe gelernt. Die Qualität der Erde scheine „nicht umweltgefährdend zu sein und keine Beeinträchtigung für den Schutz des Grundwassers darzustellen“.

Die Ausschussmehrheit beruft sich dabei auf zwei Gutachten. Die Grünen hätten lieber das Ergebnis einer noch andauernden, umfangreichen Untersuchung abgewartet. Das Darmstädter Unternehmen Arcadis analysiert im Auftrag der Stadt Bad Vilbel die Deponie auf Schadstoffe. Ursprünglich sollte das Ergebnis Ende Oktober vorliegen, der Ausschuss wollte das abwarten. Nun verzögert es sich offenbar.

Laut Arcadis haben die Stadt und der Kreis Vorabdrucke des Gutachtens erhalten. Am 7. Dezember wird es laut Dörner einen Abstimmungstermin zwischen Kreis und Stadt dazu geben. Wann das Gutachten vorliegen werde, sei noch unklar. Da im März ein neuer Kreistag gewählt werde, habe der Ausschuss jetzt zu einem Ergebnis kommen müssen.

Rabl geht davon aus, dass auf der Deponie nicht nur die genehmigte Erde, sondern auch Bauschutt gelandet ist. Auf der Erddeponie waren Teerbrocken gefunden worden, wie sie beim Rückbau von Straßen entstehen.

Der Ausschussmehrheit gefällt der viel zu hohe Erdhaufen. Es sei ein „einzigartiges Biotop“ entstanden. Seltene Tiere und Pflanzen hätten sich angesiedelt.

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