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Bad Vilbel

Mieter sind nicht informiert

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Der Gebäudekomplex gegenüber der Neuen Mitte wird zwangsversteigert. Die Mieter hoffen, dass sie weiter dort wohnen oder ihre Läden betreiben können.

Einige Mieter in der Immobilie Frankfurter Straße 67 und in den Wohnungen Am Felsenkeller 18 und 18a werden sich den 27. Oktober im Kalender rot markiert haben. An diesem Tag steht die Zwangsversteigerung des rund 2.000 Quadratmeter großen Grundstücks samt der darauf stehenden Gebäude an. Vor dem Frankfurter Amtsgericht werden 2,9 Millionen Euro aufgerufen.

Hintergrund sind Zahlungsschwierigkeiten der Besitzerin, mutmaßlich eine Vilbeler Immobilienfirma. Bei der Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank sollen über Jahre Verpflichtungen in Millionenhöhe aufgelaufen sein. Nähere Auskunft wollte die Bank nicht geben. Es hieß lediglich, dass das Käuferinteresse groß sei. Ob Interessenten aus der Wetterau dabei sind, wurde offengelassen. Dass die Immobilie unter den Hammer kommt, wäre wenig aufsehenerregend, läge sie nicht gegenüber der im Bau befindlichen Neuen Mitte.

Außer Wohnungen und Praxen befinden sich in dem 1970 errichteten Gebäude Frankfurter Straße 67 eine Filiale der Parfümeriekette Douglas, der Schreibwarenfilialist McPaper und die Post. Auf dem rückseitigen Gelände gibt es ein Fahrradgeschäft und zwei Mehrfamilienhäuser Am Felsenkeller. Hierzu wurde Anfang der 90er Jahre das ehemalige Stall- und Scheunengebäude ausgebaut und aufgestockt. Alle Räumlichkeiten sollen vermietet sein, sagen Bewohner.

„Mit uns hat niemand über die Zwangsversteigerung gesprochen“, sagte der Fahrradhändler. Seit 1972 sei er Mieter und hoffe, dass er den Laden auch unter dem neuen Besitzer weiterbetreiben könne. Einen anderen Standort in der Kernstadt zu einer angemessenen Pacht zu finden, hält er für aussichtslos. „Kauf bricht nicht Miete“, erklärt Ralf Janßen, Jurist beim Mieterschutzbund Frankfurt, auf Anfrage der FR. Bei einer Zwangsversteigerung könne diese Regel jedoch an Kraft verlieren und Kündigungen möglich werden.

Die Erfahrung zeige, dass Mietverhältnisse nach Versteigerungen häufiger vorzeitig aufgelöst oder befristete Verträge nicht mehr verlängert würden, als dies bei einem normalen Besitzerwechsel der Fall sei. Für das Areal Frankfurter Straße 67 wie für das Nachbargrundstück, Hausnummer 69, dass sich in anderer Hand befindet, besteht laut Bauamtsleiter Erik Schächer kein Bebauungsplan. Auch liege das Objekt nicht im Geltungsbereich für die Neue Mitte. Sollte auf dem Hof noch ein Gebäude entstehen oder sollten alle Immobilien einem Neubau weichen müssen, gelte Paragraf 34 des Hessischen Baugesetzbuchs. Die Gestalt des Neubaus müsste sich dann nach der mehrheitlichen Bebauung in der Nachbarschaft richten.

Dass hier noch viel Neues entstehen kann, erkennt Schächer nicht. „Die Fläche ist bereits stark überbaut.“ Auch Mutmaßungen über Abriss und Neubebauungen hält er für bloße Theorie. „Die Verhältnisse an den Baugrenzen sind kompliziert.“

Die beiden viergeschossigen Häuser zur Frankfurter Straße hin sind miteinander verbunden. Eine ähnliche Situation zeigt sich auf dem rückseitigen Gelände. Schächer hofft mit dem Besitzerwechsel eher auf eine optische Erneuerung der Fassade.

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