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Mehr Schatten auf dem Niddaplatz

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Wie kann der Niddaplatz umgestaltet werden, um auch an heißen Tagen viel Aufenthaltsqualität zu bieten? In dieser Frage sind die Parteien unterschiedlicher Auffassung. ARCHIV © Niklas Mag

Mit zwei Anträgen wollten die Grünen im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss eine Begrünung des Niddaplatzes und von Bushaltestellen erreichen. Von der Koalition gab es dazu vor allem Kritik, doch ist sich der Ausschuss einig: Der Niddaplatz könnte im Sommer etwas mehr Schatten vertragen.

Peter Paul stellt den Antrag der Grünen-Fraktion dem Ausschuss vor. Ursprünglich seien Bäume auf dem Niddaplatz in den Plänen vorgesehen gewesen. „Insgesamt wurden null Bäume gepflanzt. Zum Beispiel vor der Eisdiele müsste das aber gut möglich sein“, begründet er. In den Sommermonaten biete der Niddaplatz keine Aufenthaltsqualität. Die Fläche erhitze sich durch die Sonne stark, das sei auch beim Riedbergplatz in Frankfurt so. Der Platz dort soll mit Blick auf die Aufenthaltsqualität umgestaltet werden und auch die Grünen in Bad Vilbel wünschen sich eine solche Lösung für den Niddaplatz.

Bürgermeister Sebastian Wysocki (CDU) antwortet: „Sie haben die Antwort darauf bereits 2019 bekommen und heute ist es dieselbe Antwort wie damals.“ Auf die Pflanzung der vorgesehenen Bäume werde verzichtet, da Korridore für die Feuerwehr eingehalten werden müssen und Bäume, die so groß sind, dass sie Schatten und Kühlung spenden, wegen der Tiefgarage im Untergrund und dem Platzbedarf des Wochenmarkts und anderer Veranstaltungen einfach nicht pflanzbar sind.

Die Koalition aus SPD und CDU brachte daraufhin einen Änderungsantrag ein. In diesem wird der Magistrat gebeten, allgemein die Möglichkeiten für eine Beschattung des Platzes zu prüfen. Jens Matthias (Grüne) äußert sich dazu: „Offensichtlich hat also auch die Koalition erkannt, dass auf dem Platz etwas gemacht werden muss. Ob es klug war, den Platz aus den Händen zu geben, darüber kann man streiten.“ Damit spielt Matthias auf die Humanistische Stiftung an, die den Platz von der Stadt Bad Vilbel gekauft hat.

EINSTIMMIG

Zum geplanten Rechenzentrum in Massenheim (wir berichteten) wurde im Ausschuss nicht mehr diskutiert. Der Antrag zur Änderung des Bebauungsplans wurde einstimmig durchgewunken.

Die Grünen fragten zur ökologischen Verträglichkeit des Gebäudes nach. Die Abwärme werde vermutlich ins Fernwärmenetz der Stadtwerke fließen, auch die Therme oder Gewächshäuser naher Landwirte könnten von der Abwärme der Server profitieren, so Bürgermeister Sebastian Wysocki an. Insgesamt sei es für exakte Aussagen zur Planung des Gebäudes derzeit aber noch zu früh. nma

„Als die Neue Mitte geplant wurde, sah die Welt noch etwas anders aus“, sagt Hagen Witzel (CDU) und Wysocki erklärt: „In Sienna oder anderen südeuropäischen Städten sind die Temperaturen auch hoch und die Plätze dort kommen ohne Bäume zurecht.“ Eine Fehlplanung sei der Niddaplatz also keinesfalls. Doch verfügen die Plätze in Südeuropa meist über Arkaden, kontert Peter Paul und auch er nennt die frühere Entscheidung; den Niddaplatz aus den städtischen Händen zu geben; einen Fehler, da man nun nicht mehr selbst entscheiden könnte.

Die Grünen erbitten sich ein paar Minuten Bedenkzeit, dann lehnt der Ausschuss den Antrag der Fraktion ab und nimmt den Änderungsantrag der CDU einstimmig an. Doch die Grünen haben noch eine Idee: Die Wartehäuschen an Bushaltestellen könnten begrünt werden, fordert die Partei in einem weiteren Antrag. Das habe eine kühlende Wirkung, sehe gut aus, komme Insekten zugute und spende Schatten. „Man wird im Sommer ja regelrecht gegrillt in diesen Wartehäuschen“, meint Peter Paul. Doch je nach Hersteller sei das nicht mit der Dachlast der Wartehäuser vereinbar, warnt Wysocki. Lucia André (SPD) weist darauf hin, dass der Blick zu den Seiten frei bleiben muss, um den ankommenden Bus zu sehen, und Mitglieder der CDU-Fraktion meinen, die Kosten wären zu hoch für einen eher geringen ökologischen Nutzen.

Jens Matthias (Grüne) sagt zu dem Thema abschließend: „Die Stadt wird immer heißer und ich finde, wir müssen kreativer sein. Wir würden uns freuen, wenn wir in Zukunft über solche Ideen konstruktiver sprechen könnten und man einfach mal ein bisschen mehr Mut zeigt.“ Der Antrag wird abgelehnt.

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