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Lernen mit Kopf, Herz und Hand

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Viel Spaß haben Kinder, Kindergärtnerinnen und Eltern beim Kick-off-Fest des Streuobst- und Waldkindergartens in Bad Vilbel bei dem der Apfel im Mittelpunkt steht. fauerbach (2) © Christine Fauerbach

Bad Vilbel - Der erste hessische Streuobstwiesen- und Waldkindergarten „Kirschbergkindergarten Bad Vilbel“ feierte mit Kindern, Eltern, Familien und Kindergärtnerinnen ein fröhliches Fest. Der Verein Streuobstzentrum Kirschberghütte hat die Trägerschaft des Kindergartens übernommen und einen Kooperationsvertrag mit der Stadt geschlossen. Im Mittelpunkt des Festes stand der Apfel.

Fröhliches Kinderlachen weist den Besucherinnen und Besuchern beim Kick-off-Fest des neuen Streuobstwiesen- und Waldkindergartens „Kirschbergkindergarten Bad Vilbel“ den Weg. Idyllisch am Vilbeler Waldrand ist das eingezäunte, mit Obst- und Nussbäumen angelegte Gelände mit Blick auf die Stadt und die Streuobstwiesen gelegen. Der Blick geht zudem auf einen Hügel, der in Bad Vilbel „Kirschberg“ genannt wird. Er ist der Namensgeber des Kindergartens.

Auf dem Kiga-Gelände werden die Besucher von den Kindern, den drei Kindergärtnerinnen Heidi Ziebarth, Alice Löw und Caren Slocombe sowie Leiterin Tanja Tahmassebi-Hack mit dem Lied „Kirschbergkinder“ begrüßt. Getreu der Aussage „Die Natur muss gefühlt werden“ von Alexander von Humboldt sind die derzeit elf von 20 möglichen Kindern der Regelkindergartengruppe das ganze Jahr über mit ihren Kindergärtnerinnen im Freien unterwegs. Hierbei steht „Lernen - mit Kopf, Herz und Hand!“, wie von Heinrich Pestalozzi gefordert, im Mittelpunkt.

Beim Fest drehte sich alles um Äpfel und deren Verwertung. Mit den Kindergärtnerinnen, der Kindergarten-Leiterin und den Eltern waren die derzeit elf Kirschbergkinder auf den Streuobstwiesen und ihrem Kiga-Gelände unterwegs. Eifrig sammelten sie Äpfel auf. Diese wurden anschließend voller Begeisterung im Wasserbad gewaschen und dann unter Anleitung von Heidi Ziebarth in einer Obstmühle zerkleinert. Auch beim Befüllen der Spindelpresse mit der zuvor gewonnenen Maische drehten die Kinder kräftig die Kurbel, um Saft zu gewinnen. Danach kosteten alle von ihrem ersten selbst gewonnenen Apfelsaft.

Eines der wichtigen Projekte in der Kiga ist das „Apfelprojekt“. Es beginnt im Frühjahr, wenn die Obstbäume anfangen zu blühen. Die Kinder beobachten die Entwicklung von der Blüte bis zum Obst den gesamten Sommer über. Sie besuchen einen Imker, der ihnen zeigt, wie wichtig Bienen für die Bestäubung der Bäume sind und wie und warum er Honig macht. Nach den Sommerferien wird dann das Obst von den Kindern gemeinsam geerntet. Mit den Früchten werden Kuchen und Apfelpfannkuchen gebacken oder Apfelsaft mit den kindgerechten Keltergeräten des Streuobstzentrums Kirschberghütte gepresst. Anstelle von vorgefertigtem Spielzeug suchen und bauen sich die Kirschbergkinder aus natürlichem Material ihr Spielzeug selbst. Fantasie und Kreativität sind beim Spielen, Bauen, Forschen, Entdecken der Natur ebenso gefragt wie Bewegung und das Lernen in der Gruppe. Zum Bestimmen von Pflanzen, Bäumen und Tieren im Wald und auf den Streuobstwiesen nutzen die Kirschbergkinder Handys.

Dienstags wird nur Englisch mit Muttersprachlerin Karen Slocombe gesprochen und donnerstags steht musikalische Früherziehung auf dem Programm. Ergänzt wird der Tag im Kirschbergkindergarten durch Ausflüge. „Wir haben Ausflüge geplant zu Handwerkern, ins Gartenbauamt, zum Bauhof, zum Imker, der Feuerwehr und zum Dottenfelderhof. Wir wollen unseren Kindern Handwerksberufe und Landwirtschaft zeigen. Ein Ausflug geht ins mathematische Mitmach-Museum, nach Gießen, ein anderer zur Stadtbücherei in die Neue Mitte, zum Ritterweiher-Spielplatz und zu großen Festen in der Stadt“, informierte Tanja Tahmassebi-Hack.

Das nächste große Ereignis steht im Kirschbergkindergarten unmittelbar bevor. Am 23. und 29. September bekommen die Mädchen und Jungen Besuch von zwei Klassen der Saalburgschule. Am ersten Tag steht die Apfelernte auf dem Programm, am zweiten das Keltern.

Zum Konzept des Kindergartens erläutert Tahmassebi-Hack: „Wir wollen den Kinder Streuobstkultur mit allen Sinnen vermitteln. Unsere pädagogische Arbeit basiert auf dem hessischen Bildungsplan, erweitert um Grundsätze aus Natur- und Streuobstpädagogik. Ein Ziel der Naturpädagogik ist, dass die Kinder die Natur und Umwelt wertschätzen lernen und Sensibilität für ökologische Zusammenhänge entwickeln. Bildung ist Lernen im ganzheitlichen Zusammenhang zwischen Denken (Kopf), Fühlen (Herz) und Handeln (Hand). Individualität und Gemeinschaft gehören dabei zusammen. Lernen und Spielen ist für uns hierbei nicht zu trennen. Bildung ist vielfältig und geschieht immer im Zusammenspiel von Kognition, Wahrnehmung, Kommunikation, Emotion und tätig sein.“

Eltern, die Interesse haben, ihr Kind im Kirschbergkindergarten anzumelden, finden alle Informationen unter der Adresse www.kirschbergkindergarten.de.

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Tanja Tahmassebi-Hack © Christine Fauerbach

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