Bad Vilbel

Krisen-Hotline geschaltet

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Verein hilft Eltern schwerstbehinderter Kinder verstärkt.

Die Kontaktsperre bedeute für Eltern mit einem schwerstbehinderten Kind eine hohe Herausforderung, meldet der Bad Vilbeler Verein Philip Julius, der Eltern von mehrfach schwerstbehinderten Kindern berät und unterstützt. Er hilft von der Antragstellung über die Suche nach Pflegemöglichkeiten bis hin zur Familienfreizeit. Fast alle Unterstützungs- und Entlastungsangebote seien derzeit geschlossen, heißt es. Schulen, Tagesförderstätten oder Kurzzeitpflege seien weggefallen.

Zudem dürften viele Therapeuten ob der Ansteckungsgefahr nicht arbeiten, weil schwerstbehinderte Menschen zur Hochrisikogruppe zählen, so der Verein. Gewohnte Tagesstrukturen seien für die Kinder plötzlich weggebrochen und „die Eltern müssten die Last der Pflege tragen - und das rund um die Uhr“, heißt es. Die Beanspruchung sei enorm, wenn die Eltern obendrein im Homeoffice arbeiten müssten.

Das schaffen nicht alle. Der Verein berichtet, dass für zwei Kinder eine Notunterbringung organisiert werden musste. Eins sei im Haus Atemzeit in Wölfersheim untergekommen, das andere in eine Pflegeeinrichtung in Lorsch.

Einer anderen Familie sei kurzfristig ein 24-Stunden-Pflegedienst vermittelt worden. Die Krise habe andere betroffene Familien wegen Einkommenseinbußen zusätzlich in finanzielle Nöte gebracht. Hier helfe der Verein bei der Beantragung des Notfall-Kinderzuschlags oder der Pflegegeldunterstützung.

Der Verein habe wegen der besonderen Situation eine Krisenhotline und einen Corona-Blog eingerichtet. Bis auf Weiteres gibt es zum elterlichen Austausch dienstags ab 19 Uhr und mittwochs ab 20 Uhr einen einstündigen Videochat mit bis zu acht Teilnehmern. Die Anmeldung hierzu erfolgt auf www.philip-julius.de. sun

Die Philip-Julius-Beratungsstelle  ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr telefonisch unter 06101/9890770 zu erreichen.

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