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Klimakrise und Klimagerechtigkeit

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Mamadou Mbodji bei den Naturfreunden.
Mamadou Mbodji bei den Naturfreunden. Mag © Niklas Mag

Mamadou Mbodji ist im Haus der Begegnung zu Gast und hat dankende, aber auch warnende Worte mitgebracht. Mbodji leitet die „Amis de la nature“, die Naturfreunde im Senegal. Die Bad Vilbeler Naturfreunde planen zu ihrem 100-jährigen Bestehen nämlich, 1000 Bäume in dem afrikanischen Land zu pflanzen.

„Die Situation in Afrika ist ein Thema, das uns schon immer bewegt und wir wollen einen Beitrag leisten“, erklärt Horst Seißinger, der die Gäste im vollen Haus der Begegnung begrüßt. Auch die Bad Vilbeler Sozialdezernentin Ricarda Müller-Grimm (SPD) meldet sich kurz zu Wort: „Ich freue mich, dass wir heute Mamadou Mbodji hier begrüßen können und habe zum 100. Jubiläum auch eine Spende mitgebracht. Vielleicht wird aus diesem Geld ja der ein oder andere Baum.“ 500 Euro übergibt Müller-Grimm an die Naturfreunde,

Mbodji spricht auf Französisch, hält nach den einzelnen Absätzen an, damit die Übersetzerin tätig werden kann. Es sei eine große Ehre, so Mbodji, dass er als Bewohner dieses Planeten die Möglichkeit habe, in Bad Vilbel zu sprechen. „Klimakrise und Klimagerechtigkeit“, heißt sein Vortrag. „Ich habe bewusst Klimakrise geschrieben, nicht Klimawandel“, sagt der Leiter der senegalesischen Naturfreunde und Vizepräsident der Naturfreunde International. 55 Staaten gebe es in Afrika, alle kämpften mit den Auswirkungen der Klimaveränderungen.

„Jeder auf der Welt trägt Verantwortung für diese Veränderungen. Aber die negativen Auswirkungen treffen nur einige wirklich hart.“ Kleinfischerei, Landwirtschaft und Viehzucht seien in Afrika wichtige Wirtschaftszweige. Die Landwirtschaft weise bereits einen Rückgang auf, da Ackerflächen vertrocknen, was wiederum zu Mangel beim Futter für die Tierhaltung führt. „Wir sehen uns hier einer großen Gefahr gegenüber“, warnt Mbodji. Es sei ein recht apokalyptisches Bild, das er da zeichne, meint er. Aber die Dringlichkeit sei Realität. „Die Industrienationen müssen die Treibhausgase eindämmen und Afrika muss sich möglichst schnell anpassen.“ Afrika verfüge nicht über die Ressourcen, das alleine zu schaffen. „Ich zeige nicht mit dem Finger auf die Industrienationen oder fordere irgendetwas. Ich möchte auf die Dringlichkeit aufmerksam machen und wünsche mir, dass wir als Menschen in Zukunft gemeinsam und in Solidarität zu Lösungen kommen.“

Die Naturfreunde in Afrika haben bereits kleine Projekte gestartet. Beispielsweise haben sie eine Expertin für Öfen in senegalesische Dörfer geholt, die den Bewohnern den Bau und Einsatz von viel effizienteren Holzöfen gezeigt hat. „Wir wollen außerdem eine Million Bäume pflanzen.“ Bäume helfen allgemein dem Klima, Obstbäume bieten Familien eine Wirtschaftsgrundlage und sorgen gleichzeitig noch für gesündere Ernährung. „Deshalb freuen wir uns sehr über das Bad Vilbeler Projekt, 1000 Bäume beizusteuern“, erklärt Mbodji.

Mit nur 30 Euro werden die Pflanzung und Pflege von fünf Obstbäumen sowie begleitende Bildungsarbeit ermöglicht, teilen die Naturfreunde Bad Vilbel mit. Spenden können an die Naturfreunde Bad Vilbel unter der IBAN DE31 5185 0079 0027 1197 43 und dem Verwendungszweck »1000 Bäume für den Senegal« entrichtet werden. nma

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