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Kampf fürs Freibad

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In Bad Vilbel fordert „FreiBadVilbel“ den Erhalt und die Sanierung der Einrichtung.

Mit dem Ziel, das Bad Vilbeler Freibad zu erhalten, hat sich jetzt die Bürgerinitiative (BI) „FreiBadVilbel“ gegründet. Die Gruppe hat bereits nach wenigen Tagen enorme Unterstützung erhalten: Ihre Onlinepetition, Mitte Juni gestartet, zählt schon knapp 1000 Unterschriften.

Informationen von Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) zum Erhalt des Bads reichen den Initiatoren bisher nicht. Aus einer Mitteilung des Rathauschefs lasse sich herauslesen, dass es mit dem geplanten Kombibad – dessen Baudatum völlig offen ist – entgegen der ursprünglichen Planung aller Voraussicht kein neues kommunales Freibad geben werde. „Auch nach dem Bau der Therme soll das Freibad erhalten bleiben“, formuliert Stöhr.

Sanierungsvorschläge der Stadt wie neue Holzplanken auf den Sitzbänken, mehr Sonnenschirme am Planschbecken oder der Einbau der Chloranlage aus dem abgerissenen Hallenbad im Kurpark bezeichnet die Initiative als nicht erhaltsichernd. „Wir wollen nicht, dass das Gleiche passiert wie mit dem Hallenbad“, sagt Ralf Knirsch, einer der BI-Sprecher. Für das Hallenbad habe die Stadt nur das Nötigste getan und es damit herunterkommen lassen. Dann wurde es geschlossen und abgerissen.

Der Blick sei dabei stets auf ein neues Kombibad gerichtet worden. Deshalb sei seit zehn Jahren keine Modernisierung in dem knapp 90 Jahre alten Freibad mehr vorgenommen worden. „Für das Freibad gibt es kein Budget im Haushalt“, sagt Knirsch.

„FreiBadVilbel“ fordert  grundlegende Sanierung

Aussagen des zuständigen Stadtrats Klaus Minkel (CDU) hält die Initiative ebenfalls für nicht ausreichend. Er erklärte jüngst bei der Vorstellung der Bebauungsplanänderung zum Kombibad, das bestehende Freibad bleibe betriebsbereit. Das klingt für die BI nach Hallenbadschicksal.

„FreiBadVilbel“ fordert von der Stadt eine grundlegende Sanierung: Nicht nur wegen der Freizeitschwimmer – bereits im Mai gab es laut Stadt Tage mit bis zu 2000 Besuchern. Die Schwimmabteilungen in Bad Vilbel und der Schwimmunterricht an den Schulen seien mit dem Hallenbadabriss in die Bredouille geraten, heißt es. Vereinstraining sei nun am späten Samstag- und Sonntagabend in Karben, sagt Knirsch.

Laut der Initiative sind vorrangig Umkleiden, Duschen und Schwimmbecken sanierungsbedürftig. Alles sei noch wie in den 30er Jahren. Das Becken werde jeden Winter neu gestrichen. „Die Farbe löst sich bereits nach zwei Wochen wieder“, sagt Knirsch, der dort fast täglich seine Bahnen zieht. Auch müsse das Bad eine Anlage zur Wasservorwärmung bekommen, auch wenn Stadtrat Minkel behaupte, das sei nicht machbar. Schulschwimmen verlange eine Wassertemperatur von 21 Grad Celsius, vormittags betrage sie jedoch meistens 17 bis 19 Grad, heißt es. Mit einer von Sonnenenergie gespeisten Wasserheizung könne zudem die Saison verlängert werden.

Bürgermeister Stöhr hat mittlerweile offenbar die starke Unterstützerschaft der BI erkannt. „Wir prüfen gerade, inwiefern wir das Freibad nicht nur mit Einzelmaßnahmen ertüchtigen, sondern auch zusätzlich modernisieren können“, informiert er.

www.freibadvilbel.org

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