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Hunde auf Schnupperkurs

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Auf dem Bad Vilbeler Hundedressurplatz: Mit einem Satz über die Hürde.
Auf dem Bad Vilbeler Hundedressurplatz: Mit einem Satz über die Hürde. © Rolf Oeser

Wie lernen Hunde, dass sie andere Vierbeiner zwar nicht alle mögen, sie aber trotzdem ohne großes Gebell akzeptieren müssen? Ein Vilbeler Verein hilft Hunden und ihren Herrchen mit Gruppentraining dabei. FR-Mitarbeiterin Bente Krämer war auf dem Übungsplatz.

Von Bente Krämer

Die kleine, schwarze Mischlingshündin Kira schaut immer noch ein wenig schüchtern drein. Sie sitzt zwischen den anderen Vierbeinern, die Besitzer stehen in einer Reihe dahinter. Kira schmiegt sich an ihre Besitzerin und schaut mit treuen Augen zu ihr auf. Als die Besitzer sich entfernen, bleiben alle Hunde brav am Platz. Kira zögert kurz, macht dann aber doch , was die anderen Hunde im Gruppentraining des Gebrauchs- und Sporthundevereins Bad Vilbel (PSV) machen.

Vor knapp einem Jahr sah das noch anders aus. „Sie war sehr ängstlich und verstört, ließ sich kaum anfassen“, sagt Frauchen Rebecca Schütz. Kira kommt aus Griechenland. Dort war die Mutter gestorben. Kira und ihre Geschwister wurden in fürchterlichem Zustand, mit Räude infiziert und zeckenübersät ? gefunden, wie die Tierschutzorganisation „Stray einsame Vierbeiner“ auf ihrer Internetseite schreibt.

Schütz hatte im Fernsehen eine Reportage über Straßenhunde in Griechenland gesehen und sich dann im Internet kundig gemacht. Über „Stray“ hatte die 20-Jährige ihre Hündin entdeckt. Im Oktober vergangenen Jahres wurde das Tier extra für sie von Griechenland nach Frankfurt geflogen. Schon bald nahm sie am Training des PSV Bad Vilbel teil.

An diesem sonnigen Sonntagmorgen wuseln noch ein knappes Dutzend weitere Hunde auf dem Trainingsplatz herum. Gruppentraining steht auf dem Stundenplan. Im Gruppentraining sollen sie lernen, zu verstehen, dass sie die anderen Hunde zwar nicht alle mögen müssen, aber lernen müssen, diese zu akzeptieren. Das klappt gut. Die Hunde sitzen gehorsam in einer Reihe und warten auf die Kommandos ihrer Besitzer.

Die Hunde, die diese Übung sicher beherrschen, können weiter in der Ausbildung gehen. Der PSV bietet Training in den Kategorien Begleithund, Fährtenhund, Schutzhund und Gruppenarbeit. „Jeder kann hier selbst entscheiden, welches Training er mit seinem Hund besuchen möchte“, erzählt Ivonne Hohl, Leiterin der Jugendarbeit des PSV. Ganz wichtig ist laut Hohl, dass Hund und Herrchen Spaß an der Sache haben. „Die Hunde sind alle Familienhunde, keine Sporthunde.“

Mindestens einmal im Monat treffen sich hier Jugendliche, um unter der Leitung von Ivonne Hohl die wichtigsten Grundregeln im Umgang mit den Vierbeinern zu erlernen. Der jüngste Zweibeiner ist drei, der älteste 20. Den Ablauf der Übungsstunde bestimmen die Jugendlichen selbst. Wenn mehrere junge Familienmitglieder an der Übungsstunde teilnehmen wollen, es aber nur einen Hund in der Familie gibt, stellt Leiterin Ivonne Hohl auch gern ihren Old English Bull Dog Pino zu Verfügung.

Für das Training eignen sich keinesfalls nur Schäferhunde à la Kommissar Rex. Da ist zum Beispiel die kleine Jack-Russel-Terrier-Hündin Shila, die mit ihrem pfiffigen Gekläffe alle auf Trab hält, oder der ponyähnliche Bilbo, eine Mischung Deutsch-Kurzhaar, Schäferhund, Labrador und Husky.

Auch der Mensch ist in der Übungsstunde gefragt. „Man muss sich manchmal ganz schön zum Affen machen“, sagt Hohl.

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