Bad Vilbel

Ein Herz für Realschulen

Schulleiter Peter Mayböhm geht in den Ruhestand.

Von VON PETRA ZEICHNER

Wenn Peter Mayböhm auf den Zeitpunkt zurückblickt, als er an die John-F.-Kennedy-Schule nach Bad Vilbel kam – das war 2002 –, dann steht für ihn fest: „Das war der große Wurf.“ Denn hinter dem Konzept der Haupt- und Realschule stand er damals und steht der 65-Jährige heute immer noch. Deshalb bricht er auch gerne Lanzen für die Integrierte Gesamtschule. Gestern ist Mayböhm an seiner Schule in den Ruhestand verabschiedet worden. Seine Zeit als Schulleiter endet mit Beginn der Sommerferien.

Schon vor 2002 hatte der Kunst- und Englischlehrer an einer Realschule unterrichtet, damals in Frankfurt-Bornheim. „Ich komme aus einem Arbeiterhaushalt. Die Realschule ist mein Thema.“ Kein Wunder, dass er sich nicht nur im Unterricht engagierte, sondern auch das damals neue Ganztagsprogramm mit aufbaute. So konnte er in der Schulleitung mitarbeiten und stellte fest: „Leitung reizt mich.“

Doch nicht immer war Mayböhm seiner Arbeiter-Herkunft beruflich treu. Seine erste Station hatte ihn nämlich an ein Privatgymnasium geführt, die Anna-Schmidt-Schule in Frankfurt. Und auch dort gefiel es ihm, er blieb ganze 16 Jahre lang.

Der Sprung dann zur Bornheimer Realschule war „inhaltlich ein riesiger Wechsel“ und eine große Herausforderung. Die Schülerinnen und Schüler brauchten wesentlich mehr pädagogische Unterstützung, er musste seinen Unterricht an die schwächeren Leistungen anpassen.

In Bad Vilbel dann war er zuerst stellvertretender Schulleiter, bevor er im Jahr 2008 die Leitung übernahm. Was seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin betrifft, so sei das Verfahren noch nicht beendet, teilte das Staatliche Schulamt für den Hochtaunus- und Wetteraukreis gestern mit. Es sei „unwahrscheinlich“, dass die Stelle schon Anfang August besetzt werden könne.

Das braucht Mayböhm nicht mehr kümmern. „Ich will jetzt das Gefühl kennenlernen, dass keiner auf mich wartet.“ Keine Verpflichtungen und dann und wann mal Golf spielen.

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