Bad Vilbel

Helfer rufen um Hilfe

  • Petra Zeichner
    vonPetra Zeichner
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Die Stadt tut zu wenig für Geflüchtete. Das findet der Flüchtlingshilfeverein.

„Wir wünschen uns, dass die Stadt uns ernster nimmt.“ Angelika Ungerer, Vorsitzende des Bad Vilbeler Flüchtlingshilfevereins ist verärgert. Und das nicht erst seit Donnerstag, als sie einen Leserbrief schickte. Im August vergangenen Jahres schon hatte der Verein mehr Engagement von der Stadt gefordert.

Anlass für den jetzigen Vorstoß ist das vergangene Treffen des Runden Tisches der Flüchtlingshelfer. „Außer den involvierten Personen des Sozialamtes hat kein anderer Vertreter der Stadt den Weg dorthin gefunden“, schreibt Ungerer. Auf Nachfrage jedoch bestätigt die Vorsitzende, dass Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn (FDP) auch dabei war – wie sie bei jedem Treffen anwesend sei. Enttäuscht zeigt sich Ungerer auch darüber, dass von den eingeladenen Fraktionen bis auf eine Ausnahme niemand gekommen war: Freund-Hahn habe auch die FDP-Fraktion vertreten.

Aber den Helferinnen und Helfern geht es um mehr. Für die derzeit etwa 120 anerkannten geflüchteten Menschen fehle es nach wie vor an preisgünstigem Wohnraum. Die 68 Plätze in Miniappartements in der Homburger Straße, die laut Stadt „in Kürze“ fertig sein sollen, reichten nicht.

Unterdessen ist die Stadt auf der Suche nach weiteren Grundstücken, auf denen ähnliche Appartementhäuser in Holzständerbauweise gebaut werden könnten. Wie Stadtsprecher Yannick Schwander mitteilt, ist die Stadt bisher noch nicht fündig geworden.

Außerdem verweist der Sprecher mit Bezug auf Sozialdezernentin Hahn auf die Vollzeitstelle einer Sozialarbeiterin, die die Stadt seit Mitte Februar dieses Jahres für den Flüchtlingshilfeverein finanziert. Sie ist für die Arbeits- und Wohnungssuche zuständig.

Die Sozialarbeiterin sei auch sehr bemüht, Wohnraum zu finden, sagt Ungerer. Aber sie könne weitere Unterstützung gebrauchen. Ungerer schlägt vor, dass die Stadt verstärkt Aufklärungsarbeit machen solle, um Hausbesitzer zu informieren. Es gebe in der Stadt viele, die genug Platz hätten, um Flüchtlinge aufzunehmen. Doch wegen Vorbehalten würden sie die Räume nicht zur Verfügung stellen.

Schließlich seien Neubauten nur auf lange Sicht eine Hilfe. Mit dem Bau in der Homburger Straße hatte die Stadt im September vergangenen Jahres begonnen.

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