Bad Vilbel

Grüne in Bad Vilbel fordern Fuß- und Radweg für Nordumgehung

Die Debatte über die mangelhafte Verkehrsanbindung des Neubaugebiets „Im Schleid“ in Bad Vibel geht in die nächste Runde.

Die Bad Vilbeler Grünen fordern, dass der Bedarf von Rad- und Fußwegen entlang der Nordumgehung in einer Bewertung von Hessen Mobil berücksichtigt wird. Zudem soll ein entsprechender Fuß- und Radweg entlang der Straße „baldmöglichst“ geplant werden. So lautet ein Antrag der Oppositionsfraktion für die nächste Sitzungsrunde der städtischen Gremien.

Anlass ist nach Darstellung der Grünen der „Missstand“, dass im Bad Vilbeler Neubaugebiet „Im Schleid“ zwar schon die ersten Wohnungen belegt sind, aber das Baugebiet bisher nur für Autofahrer verkehrsgünstig liegt. Wer zu Fuß das im Bau befindliche Wohngebiet „Im Schleid“ verlässt, stößt auf die vielbefahrene Nordumgehung. Ohne die Bedarfsampel ist es kaum möglich, die Straße gefahrlos zu überqueren. Denn obwohl hier Tempo 60 gilt, scheint es so, als würde auf der gut ausgebauten Straße deutlich schneller gefahren.

Als die Nordumgehung gebaut wurde, waren weder das Neubaugebiet noch die jetzt am Bahnhof entstehenden Wohnungen Thema. Und so wurde die Umgehung, Teil der Landesstraße 3008, auch ohne Geh- und Radwege errichtet. Radfahrer dürfen die Umgehung nicht befahren, nur überqueren, um dann durch die Felder Richtung Bahnhof zu fahren. Und wer zum Baumarkt nach Massenheim will, muss ohnehin das Auto nehmen. Auch auf diesem Abschnitt gibt es weder einen Fuß- noch Radweg.

Koalition schlägt Brücke vor

Die Koalition aus CDU und FDP hat bereits als Lösung den Bau einer Brücke über die Landesstraße vorgeschlagen. Diese soll aus dem Schleid-Gebiet herausführen und parallel zur Bahn verlaufen. Dies wurde schon in der Dezember-Sitzung des Stadtparlamentes diskutiert. Auf rund 890 000 Euro bezifferte Erster Stadtrat und Baudezernent Sebastian Wysocki (CDU) damals die Kosten. Da nicht die Stadt, sondern das Land die Planungshoheit für die Landesstraße hat, hatte sich Jörg-Uwe Hahn, FDP-Stadtverordneter und Landtagsabgeordnete, bereiterklärt, eine Kleine Anfrage an die Landesregierung zu richten.

In der Antwort von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), die nun vorliegt, heißt es unter anderem, normalerweise sei das Land Träger der Straßenbaulast. Bei Gemeinden mit mehr als 30 000 Einwohnern seien jedoch diese die Träger. Im Klartext: Wenn Bad Vilbel mit seinen mehr als 34 000 Einwohnern dort eine Brücke oder einen Fuß- und Radweg bauen will, muss die Stadt die Kosten tragen.

Für Grünen-Fraktionsvorsitzenden Jens Matthias ist damit klar, dass es keine rechtlichen Einschränkungen gebe, an der L 3008 einen Fuß- und Radweg zu bauen. Die Nordumgehung sei durch den Bau der neuen Wohngebiete eher zu einer innerstädtischen Straße als zu einer Landstraße geworden. Und die Antwort des Ministers zeige, dass „die Fehler bei der Planung der L 3008 korrigiert“ werden könnten.

Ob es soweit kommt, bleibt abzuwarten. Dieser Tage hat Al-Wazir bei Hessen Mobil eine Prüfung in Auftrag gegeben, ob der angesprochene Streckenabschnitt innerhalb oder außerhalb des Ortes liege. Und Erster Stadtrat Wysocki wies darauf hin, dass die Kosten erst einmal in den kommenden Haushalt eingestellt werden müssten. Verabschiedung: frühestens Ende des Jahres. 

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