Bad Viblel

Großer Klärungsbedarf

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Die SPD fordert eine Bürgerversammlung zum Kombibad in Bad Vilbel. Seit dem Tod des Investors Josef Wund herrscht Stillstand.

In Sachen Kombibad wird die SPD in der Stadtverordnetensitzung am 18. Juni eine Bürgerversammlung nach den Sommerferien fordern, teilt die Fraktion mit. Anlass ist die Änderung des Bebauungsplans, die deutliche Abweichungen von den ursprünglichen Plänen zeigt wie der Wegfall des Hotels, mehr Flächenverbrauch, Bau des neuen Freibads und eine Erhöhung der Besucherprognose um 200.000 auf 1,3 Millionen Gäste pro Jahr. Auf Fragen habe der zuständige Stadtrat Klaus Minkel (CDU) bei der Vorstellung im Ausschuss nicht ausreichend antworten können, so die SPD.

Investor und Bäderkönig Josef Wund verunglückte im Dezember 2017 bei einem Flugzeugabsturz tödlich, seitdem herrscht Stillstand. Die Stadt hat ihr Hallenbad bereits abgerissen.

„Leider liegt uns aber immer noch kein Konzept vor und das kann nicht nur mit dem noch nicht vorliegenden Erbschein begründet werden“, notiert Fraktionschef Christian Kühl. Es sei nicht vorstellbar, dass mit der Planung begonnen werde, wenn feststehe, wer der Erbe ist.

In der Bürgerversammlung sollen „Magistrat und die Betreiber der Therme das neue Konzept der Öffentlichkeit endlich vorstellen“. Im Januar hieß es von der Wund Gruppe, dass die Pläne entsprechend der geänderten Gegebenheiten überarbeitet würden.

Kritik übt die SPD auch wegen der Änderungen im Bebauungsplan. Das Badgelände rücke nun zu dicht an das Schulzentrum und wirke sich negativ auf den Schulweg aus. Die höhere Erwartung an Tagesgästen verschärfe das Verkehrsproblem. Damit sei künftig wohl mit einer Mehrbelastung von bis zu 70.000 Fahrzeugbewegungen zu rechnen, so die SPD, die ein neues Verkehrsgutachten fordert, jedoch nicht von dem Institut, das die Stadt seit Jahren bestellt.

Statt auf die Wund’sche Bäderwelt zu warten, sieht sie SPD den Bau eines klassischen Kombibads wie in Bad Homburg oder Hanau als echte Alternative. Das Bad könnte dann in Eigenregie betrieben werden, heißt es.

Möglicherweise haben das bald die Bürger in der Hand. Die Koalition aus CDU und FDP will nach Vorbild von Karben ein Open-Petition-System installieren. Der Bürger kann dann eine Petition zu jedem Thema eröffnen. Wird das Unterschriftenquorum erreicht, muss sich die Politik damit beschäftigen. 

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