Bad Vilbel

Geschrumpfter Gewinn in Bad Vilbel

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Bei der Stadtwerke-Tochter Immobilienbetrieb schlägt wegen einer Insolvenz für 2018 ein deutlicher Mieteinnahmenausfall zu Buche.

Mit einem erheblichen Gewinneinbruch schloss der Immobilienbetrieb der Stadtwerke Bad Vilbel (SWBV) die Bilanz für das Geschäftsjahr 2018 ab.

Statt 800 000 Euro wie 2017 steht nach Steuern ein Gewinn in Höhe von 102 000 Euro in den Büchern, berichtet die SWBV. Erster Werkleiter Klaus Minkel begründet die Entwicklung mit der Insolvenz eines Großmieters und einem hohen Instandhaltungsaufwand. Für 2019 wird dagegen wieder eine Normalisierung des Ergebnisses erwartet, so Minkel.

Obwohl der IT-Dienstleister WT Systems im März dieses Jahres Zahlungsunfähigkeit anmeldete, bekamen die SWBW die finanziellen Schwierigkeiten des Mieters laut Minkel vorzeitig zu spüren. Dem Vernehmen nach soll WT System bis dahin rund 900 000 Euro Miete pro Jahr für die Hallen an der B3 gezahlt haben. Wegen der Liquiditätsschwäche seien etwa Forderungen der SWBV gestundet worden, auch um Arbeitsplätze zu erhalten, so Minkel. Knapp ein Drittel der 140 Beschäftigten mussten dennoch gehen.

Mitte Mai hieß es vom Frankfurter Insolvenzverwalter Frank Schmitt, das Unternehmen sei rettet, das 2013 von Maintal nach Massenheim gezogen war und laut Schmitt ohne Eigenschuld in die Misere geraten war. WT Systems habe die zweite Halle auf ihrem Betriebsgelände zurückgegeben. Laut Minkel ist das Gebäude bereits an eine Firma aus der selben Branche vermietet.

Der herbe Verlust beim Profit bringt die SWBV offenbar nicht in Nöte. „Der schmale Gewinn zeigt nicht die wirkliche Finanzkraft des Immobilienbetriebes, da zudem Abschreibungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro erwirtschaftet worden sind, die der Schuldentilgung dienen“, erläutert Minkel. Das Anlagevermögen des Immobilienbetriebes betrage mittlerweile 71,4 Millionen Euro. Rund 24 Millionen Euro seien abgeschrieben. 50 Prozent der Europäischen Schule in Dortelweil-West sind laut Minkel zudem an die Humanistische Stiftung verkauft worden. Der Immobilienbetrieb habe seit seiner Gründung in 1994 rund 110 Millionen Euro investiert, heißt es.

Aktuell investieren die SWBV in drei Neubauten an der Konrad-Adenauer-Allee. 73 Wohnungen entstehen dort, ein Drittel wird marktüblich vermietet, die verbleibenden zwei Drittel gefördert. Das heißt, die vergünstigte Miete beträgt je nach Einkommen 8,50 bis 10,50 Euro pro Quadratmeter.

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