Seit eh und je sprudelt es in und um Bad Vilbel.
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Seit eh und je sprudelt es in und um Bad Vilbel.

Bad Vilbel

Gescheiterte Brunnen

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Seit eh und je sprudelt es in und um Bad Vilbel. Ein Vortrag widmet sich dem glücklosen Mineralwasser-Boom 1928/29.

Goldgräberstimmung, Versuche, illegal Mineralwasservorkommen anzuzapfen, Konkurrenzdruck, dann erschöpfte Brunnen, Pleiten, letztliches Scheitern: Heute Abend geht es in einem Vortrag beim Geschichtsverein Bad Vilbel um „Die ?-Quelle – ein Vilbeler Mineralbrunnenbetrieb, den es nie gab.“ Stefan Kunz, zweiter Vorsitzender des Vereins, berichtet über misslungene Versuche, immer mehr Mineralwasserquellen zu etablieren.

Sonst werde stets über die Entwicklungs- und Erfolgsgeschichten von Mineralquellen berichtet, wie etwa die der seit mehr als 150 Jahren erfolgreichen Hassia Mineralquellen. Über Entdeckung oder Bohrung der Brunnen, Gründungen von Abfüllbetrieben, wirtschaftliche Entwicklung, heißt es vom Verein. Heute Abend geht es jedoch um den Versuch eines „Quereinsteigers“, einen Produktionsbetrieb zu errichten, der schließlich misslingt.

1928/29 herrscht Gold- pardon - Brunnengräberstimmung in Vilbel. Nach dem erfolgreichen Start einiger kleiner Mineralbrunnenbetriebe versuchen auch branchenfremde Leute ihr Glück und erschließen illegal Mineralwasser. Innerhalb von zwei Jahren wächst die Anzahl der Brunnenbetriebe auf 25. Es herrscht extremer Konkurrenzdruck und Preisverfall in der Branche. Einige geraten in Zahlungsschwierigkeiten, andere klagen wegen der stark angestiegenen Entnahmemengen über Wassermangel in ihren Brunnen.

Nach nunmehr fast 90 Jahren sei eine Akte aufgetaucht, so der Geschichtsverein in seiner Ankündigung: Darin finden sich umfangreiche Unterlagen aus einem „Gründungsversuch“ wie sie von keinem anderen Bad Vilbeler Brunnenunternehmen erhalten geblieben seien. Diese Akte sei die umfangreiche Datenquelle für den Vortrag heute. 

Der Vortrag beginnt um 20 Uhr in der Stadtbibliothek. Eintritt frei. Die Hauptversammlung des Geschichtsvereins schließt sich an.

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