Bad Vilbel

Gegen neue Baugebiete

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Bevor irgendwo neu gebaut wird, muss die Verkehrsinfrastruktur angepasst werden, befindet die CDU in Bad Vilbel.

Keine Neubaugebiete mehr ohne Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, Bad Vilbel ist groß genug, jetzt sind andere dran: Das erklärt die Vilbeler CDU in einer Mitteilung. Die Stadt habe ihren Beitrag gegen Wohnraummangel geleistet. „Weitere große Wohngebiete in Dortelweil und Massenheim, wie im Regionalen Entwicklungskonzept Südhessen (REK) vorgeschlagen, lehnen wir ab“, so der Vilbeler CDU-Chef Tobias Utter.

Laut CDU komme das Wohnungsbau-Programm „Großer Frankfurter Bogen“ von Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) für Vilbel zu spät.

Der Quellenpark solle für absehbare Zeit das letzte große Wohnbaugebiet bleiben.

„Andere Kommunen im Rhein-Main-Gebiet haben das Thema Wohnungsbau in den vergangenen Jahren eher schleifen lassen. Selbst ausgewiesene Flächen wurden nicht entwickelt. Gleichzeitig stieg der Bedarf an Wohnraum“, sagt Utter.

Entscheidend sei, dass die Verkehrsinfrastruktur mit neuen Wohngebieten ausgebaut werden müsse. Utter verweist auf die benachbarten Main-Kinzig-Gemeinden Niederdorfelden und Schöneck, wo kräftig geplant oder bereits gebaut werde. Allein in Niederdorfelden werden bald 700 weitere Menschen leben.

Kritik an fehlendem Verkehrsgutachten

In Schöneck würden gleich drei neue Baugebiete geprüft. Auf dem größten könnten in Zukunft mehr als 1000 weitere Menschen wohnen.

Viele Neubürger werden sich morgens und abends durch Vilbel drängen, wo der Durchgangsverkehr schon heute alltäglich kollabiert, so die Befürchtung.

Zu normalen Zeiten stauen sich die Fahrzeuge aus Richtung Nidderau/Schöneck morgens wegen der Ampelkreuzung Büdinger/Friedberger Straße weit die Landesstraße 3008 hinaus mitunter bis Niederdorfelden.

„Auf ein Verkehrsgutachten hat die Stadt laut eigener Aussage aus Kostengründen verzichtet“, kritisiert Oliver Junker, Verkehrspolitiker der CDU-Fraktion. „Das grenzt an Fahrlässigkeit.“ So habe sich die CDU bereits für den Ausbau der B3 zwischen Vilbel und Karben ausgesprochen. Auch habe der Ausbau der Niddertalbahn und der Bau des Riederwald-Tunnels für die Union Priorität, um die Verkehrssituation im nordöstlichen Rhein-Main-Gebiet zu entzerren.

Das sieht Niederdorfeldens Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) genauso: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und setzen auf den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Niddertalbahn, um Bad Vilbel trotz unseres zu erwartenden Einwohnerzuwachses zu entlasten.“ Auch er sieht verkehrspolitische Versäumnisse und Fehler aus der Vergangenheit in der Nachbarstadt sowie das Fehlen eines Konzepts.

Die Vilbeler CDU fordert letztlich die Nachbarkommunen auf, gemeinsam mit der Stadt Bad Vilbel nach Lösungen zu suchen, um den Durchgangsverkehr zu minimieren und bestehende Verkehrswege zu optimieren, und sie auch gegenüber dem Land und der Stadt Frankfurt zu vertreten.

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