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Ein erster Entwurf des Kombibads in Bad Vilbel (Archivbild).

Bad Vilbel

Weg frei für das Kombibad in Bad Vilbel

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Eine Stiftung übernimmt die Bädergruppe des verstorbenen Bäder-Königs Josef Wund. 

Nach mehr als eineinhalb Jahren kann das Erbe des Bäder-Königs Josef Wund angetreten werden. Damit rückt das geplante Wellnessbad in Bad Vilbel wieder näher. Das Amtsgericht Tettnang (Baden-Württemberg) hat dieser Tage den Erbschein ausgestellt, ergab die Anfrage der FR. Alleinige Eigentümerin der Wund Gruppe, Friedrichshafen, mit riesigen Spaß- und Wellnessbädern, wird die Wund Stiftung sein. Der 79 Jahre alte Firmengründer kam am 14. Dezember 2017 bei einem Flugzeugunglück ums Leben. Tage zuvor hatte er mit der Stadt Bad Vilbel den Vertrag zum Bau einer Therme samt Kommunalbad unterschrieben. Das Projekt ging seitdem nicht voran. Vergangene Woche wurde der Bebauungsplan geändert, da die Wund Gruppe im Frühjahr in Anbetracht des damals bald zu erwartenden Erbscheins bekannt gab, die Pläne wegen der geänderten Situation zu reduzieren.

„Dass der Erbschein kommt, haben wir auch gehört, aber wir halten ihn noch nicht in Händen“, sagt Christoph Palm, Geschäftsführer der Wund Stiftung Stuttgart, der FR. Bei der Testamentseröffnung im Mai 2018 wurde bekannt, dass die Stiftung das Unternehmen erhält. Streitigkeiten zwischen Familien und Stiftung soll es keine gegeben. Josef Wunds Sohn Jörg erhielt 2016 die bayerischen Thermen in Erding und Bad Wörishofen als Schenkung, damit sind sie in Familienbesitz. Witwe und Tochter seien aus dem Privatvermögen bedacht worden, heißt es. Grund der Verzögerung war vor allem eine Justizreform.

„Wir werden die von Herrn Wund gemachten Zusagen erfüllen“, sagt Palm. Dazu sollen etwa die Erweiterung des Bades in Sinsheim und der Neubau in Bad Vilbel zählen. Er schloss jedoch aus, dass die Investitionsmaschinerie gleich anlaufen kann. Die Stiftung könne nicht unmittelbar in das operative Geschäft der Wund Gruppe eingreifen, weil sie den Status Gemeinnützigkeit habe. Es müsse nun eine Struktur geschaffen werden, wie sie nicht selten bei Unternehmen bestehe, wenn eine Stiftung Eignerin ist, sagt Palm. Die Wund Stiftung fördert Projekte in Bildung, Gesundheit und Kunst. Sie wurde 2015 von ihrem Gründer mit dem Leitsatz ins Leben gerufen: „Wer sein eigenes Glück schmieden will, kann von uns den Hammer dazu bekommen.“

Im übertragenen Sinn trifft dies auch für die Stadt Bad Vilbel zu, die 2018 für den Stadthallenneubau das Hallenbad abriss und jetzt lediglich ein in die Jahre gekommenes Freibad besitzt. Mit dem Wund’schen Bad sollte ein neues kommunales Hallenbad entstehen, das nun nach den aktuellen Plänen auch entstehen soll, nicht aber das neue Freibad und das Hotel. Statt der zweigeschossigen Bauweise, soll das Bad nun eine Ebene, aber mehr Grundstücksfläche erhalten. Mit Votum von CDU, FDP und FW ist der Weg zur Offenlage frei geworden. SPD und Grüne stimmten dagegen, wegen ungeklärter Fragen und Probleme etwa beim Verkehr. Es werden 1,3 Millionen Besucher im Jahr erwartet. Zum Vergleich: Die 14 Schwimmstätten und Erlebnisbäder der Stadt Frankfurt zählen rund 2,4 Millionen Besucher.

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