Bad Vilbel

Fragen an die AWO in Bad Vilbel

Der Skandal um die AWO beschäftigt auch die Mitglieder in der Wetterau. Sie wollen unter anderem wissen, was der Vorsitzende verdient.

Die Bad Vilbeler Arbeiterwohlfahrt AWO blickt besorgt auf die Nachbarn. Vorsitzender Rainer Fich und sein Stellvertreter Hajo Hisgen müssen die Situation einordnen und Fragen beantworten. .

Das Neujahrstreffen in Bad Vilbel war gut besucht. „Das finde ich bemerkenswert in der jetzigen Situation“, sagt Rainer Fich. „Natürlich habe ich Einiges zu dem Frankfurter AWO-Skandal gesagt.“ Im Zuge der Affäre um veruntreute Gelder bei der AWO in Frankfurt hätten ihn Anfragen erreicht. Leute wollten wissen, was er als Vilbeler AWO-Vorsitzender verdiene. „Alle Vorstandsmitglieder arbeiten rein ehrenamtlich. Kein Gehalt, keine Aufwandsentschädigung, nicht einmal Fahrtkostenabrechnung“, sagt Fich.

Zur AWO in Frankfurt pflege man keine Kontakte – weder auf Vereinsebene noch persönlich. Die Bad Vilbeler AWO arbeitet aber bei der Schülerbetreuung in Bad Vilbel mit dem AWO-Bezirksverband Hessen Süd zusammen, der ebenfalls in die Kritik geraten war.

Fich kann sich gut vorstellen, worin die Probleme begründet sein könnten: „Die AWO Hessen Süd hat mehrere Tausend Arbeitsplätze, Geschäftsführer, leitende Angestellte und so weiter.“ Es gebe einen Vorstand aus Ehrenamtlichen. „Das sind Berufstätige oder Rentner.“ Der Aufsichtspflicht könnten eine Hand voll Ehrenamtlicher aber nicht nachkommen.

Die AWO in Bad Vilbel besitzt mit knapp 100 Mitgliedern eine andere Struktur. Doch was genau tut die AWO in der Stadt? Sie bietet beispielsweise eine kostenlose Schuldnerberatung und das Wellcome-Projekt, das zugezogene junge Familien unterstützt, an. Außerdem unterhält sie den AWO-Treff in der Wiesengasse. Dessen Finanzierung sei schwierig. In den Räumen öffnen unter anderem das Café Kleeblatt und das Reparaturcafé. Zudem treffen sich dort Demenzerkrankte. Der Mittagstisch von Fichs Stellvertreter Hajo Hisgen unterstützt Kunden der Tafel mit einem Essen. Neben den Tafel-Kunden kämen auch viele Senioren.

„Insgesamt haben wir einen Finanzbedarf von 100 000 Euro jährlich“, sagt Rainer Fich. Die AWO sei in Bad Vilbel kein Verein mit eigenem Vereinsleben. Man sehe sich eher als Dienstleister, der Bedarf erkennt, reagiert und die nötigen Projekte organisiert. In dem neuesten Projekt sollen ab sofort Studenten, die im Rhein-Main-Gebiet nach günstigem Wohnraum suchen, mit Menschen zusammengebracht werden, die diesen Wohnraum haben – etwa Senioren, die alleine in großen Häusern leben. Details dazu werden demnächst bekanntgegeben.

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