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Erika Fellner, Vorsitzende des Fördervereins der Volkshochschule Wetterau.
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Erika Fellner, Vorsitzende des Fördervereins der Volkshochschule Wetterau.

Volkshochschule Wetterau

"Es fehlt Personal und Geld"

Der Förderverein der Volkshochschule Wetterau steht vor dem Aus. Die Vorsitzende des Vereins Erika Fellner spricht im FR-Interview über schwindende Mitgliederzahlen und das Problem, einen Nachfolger für sie zu finden.

Frau Fellner, der Förderverein der Volkshochschule Wetterau, dessen Vorsitzende Sie sind, steht vor dem Aus. Warum?

Ich habe schon vor zwei Jahren gesagt, dass ich nicht mehr kandidieren werde. Doch es findet sich bisher kein Nachfolger. Außerdem wollen meine beiden Stellvertreter, Walter Lochmann und Udo Landgrebe, aus beruflichen Gründen kürzer treten und unser Kassierer, Alfred Schäfer, und Schriftführer Wilfried Wiese stellen sich – wie ich – aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Hinzu kommt jetzt, dass mehrere Gemeinden ihre Mitgliedschaft gekündigt haben und uns dadurch Geld fehlt.

Sind die Mitgliedsbeiträge der Kommunen die wichtigsten Einnahmen des Vereins?

Ja. Wir waren versucht, alle 25 Kommunen zu erreichen. Wir dachten, dass wir gerade in den kleinen Orten viele erreichen würden. Das war aber nicht so. Bezahlt haben Kommunen mit weniger als 5000 Einwohner 500 Euro pro Jahr. Ortschaften, die zwischen 5000 und 15 000 Einwohnern hatte, zahlen 1000 Euro, Orte mit mehr als 15 000 Einwohnern zahlen 1500 Euro pro Jahr.

Und die Gemeinden kündigen?

Einige. Von ursprünglich elf Kommunen sind nun noch sieben im Verein. Karben, Altenstadt, Florstadt und Glauburg haben gekündigt – alle verweisen darauf, dass diese Ausgabe freiwillig sei und sie das in Zeiten knapper Kassen nicht mehr leisten können.

Was haben die Gemeinden von einer Mitgliedschaft?

Sie können – im Übrigen genau wie auch Einzelmitglieder – Anregungen für Kurse geben, die wir anbieten sollten.

Weiterbildung für Geringverdienende

Wie ist denn der Förderverein eigentlich entstanden?

Zur Gründung kam es 2000/2001 durch Gespräche mit dem damaligen Leiter der VHS, Wolfgang Schönfeld Wir überlegten damals, wie man bestimmte Fördermittel bekommen kann. Das ist ja immer dasselbe Thema. Herr Schönfeld wusste, dass ein Angebot für Bedürftige in der Wetterau fehlte.

Und wie ist das gelaufen?

Es hat sich schnell gezeigt, dass es gewisse Kreise gibt, die einfach keinen Zugang zu Bildungsveranstaltungen fanden – vor allem wegen der Kosten. Das haben wir genutzt und uns überlegt, wie man sie erreicht. So sieht es auch die Satzung des Vereins vor. Wir wollten Bildungsinteressierten mit geringem Einkommen Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten.

Was fördert Ihr Verein?

Im Wesentlichen haben wir Sprachkurse für Migranten und Ausländer gefördert, die die Gemeinden aufgenommen hatten. Es gab auch den Versuch, Mädchen gezielt zu fördern. Daraus ist aber nicht so viel geworden.

Gerade hat der Kreis die VHS wieder in die Kreisverwaltung eingegliedert. Hat das einen Einfluss auf den Förderverein?

Die Ausgliederung 2001 war ein Motor für die Gründung des Vereins. Einen Einfluss hat die Organisationsform auf die Arbeit des Vereins aber nicht.

Mitgliederversammlung im Februar

Wie viele Mitglieder hat der Verein denn noch?

Neben den verbleibenden Kommunen gibt es zwölf Personen, die Mitglieder geworden sind.

Wann wird sich der Verein denn auflösen?

Der Beschluss dazu ist noch nicht gefallen. Derzeit steht noch die Frage im Raum, ob etwas anderes an die Stelle des Vereins tritt. Wir hatten darüber nachgedacht, den Vorstand per Satzungsbeschluss zu verkleinern. Das ist aber keine Option, weil es die Nachfolgefrage nicht löst. Im Februar wird es eine Mitgliederversammlung geben. Das restliche Geld des Fördervereins jedenfalls würde bei der Auflösung zweckgebunden an die VHS gehen.

Bedarf für Förderkurse gäbe es ja, zumal derzeit Flüchtlinge aus vielen Teilen der Welt im Wetteraukreis ankommen.

Ja, natürlich. Wir nehmen Flüchtlinge auf und sprechen immer wieder von Integration. Da braucht es auch Angebote. Und genau das haben wir gemacht. Ohne unsere Unterstützung hätten sich viele Migranten die Deutschkurse nicht leisten könne.

Interview: Claudia Isabel Rittel

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