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Erfolgreich in der „Höhle der Löwen“

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Von: Patrick Eickhoff

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Miriam Weilmünster bei ihrem Auftritt. RTL/BERND-michael Maur © Red

Miriam Weilmünsters Handy steht nicht mehr still. Anrufe, Kurznachrichten, Verlinkungen in den sozialen Netzwerken. „Ich habe 600 bis 700 Nachrichten bekommen und es noch nicht geschafft, allen zu antworten“, sagt die Bad Vilbelerin. Größtenteils handele es sich um Glückwünsche. „Das macht mich unfassbar stolz. Ich bin überglücklich.“

Die 23-Jährige hat in der Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ einen überzeugenden Auftritt hingelegt - und das, obwohl sie das erste Mal vor Investoren aufgetreten ist. „Ich war natürlich aufgeregt.“ Das habe sich bei der Präsentation von „Nippli“ schnell gelegt. Die Brustwarzenabdeckungen sollen den Markt im Sturm erobern. Sie sind wasserfest, fallen auch bei Schweiß nicht ab und sind noch dazu so dünn, dass sie ihren Zweck erfüllen, beschreibt die Dortelweilerin ihre Produkte. „Wenn Frauen keinen BH tragen, kann man so die Brustwarzen nicht durch das Oberteil sehen.“ Wichtig sei außerdem, dass die „Nipplis“ wiederverwendbar seien und in mehreren Hauttönen zur Verfügung stehen.

In der Vox-Show müssen junge Gründer ihre Ideen vor prominenten Investoren vorstellen, um ein Investment zu erhalten. Dabei ist alles möglich: Von harter Kritik über gute Tipps bis hin zu Hunderttausenden Euro und einem strategischen Partner, der die Möglichkeiten hat, das Unternehmen über Nacht in ungeahnte Höhen zu schießen. Für Miriam Weilmünster hätte es besser nicht laufen können. Sie wünschte sich einen „Löwen“ an ihrer Seite, der 90 000 Euro für 20 Prozent zahlt. Am Ende hatte sie die Qual der Wahl. Alle fünf Löwen wollten investieren, allerdings wollte sich niemand vor der Jungunternehmerin streiten. „Ich hätte mir gewünscht, dass sie alle noch mal einen Satz sagen, aber das wollten sie nicht“, sagt sie und lacht. „Ich bin mir sicher, ich habe die richtige Wahl getroffen.“ Die lautet: Carsten Maschmeyer. Der hatte zuvor seine eigenen Chancen eher heruntergeredet. Schließlich sei das ja nicht seine Branche. Nachdem die junge Vilbelerin sich und ihre Vision vorgestellt hatte, ruderte der Investor zurück und nahm das Angebot an. „Ich habe mich auch für ihn entschieden, weil ich mir sicher bin, dass er das Potenzial in mir als Gründerin und Geschäftsfrau erkannt hat.“

Maschmeyer selbst äußerte sich nach der Sendung in der „Bild“-Zeitung. Als begeisterter Läufer habe ihn das Produkt sofort überzeugt. „Nippli findet bereits jetzt großen Anklang. Nicht nur große Modekonzerne fragen bereits beim Start-up an, auch renommierte internationale Sportvereine möchten mit der Marke kooperieren.“ Die 23-Jährige freut das unheimlich. „Die Gespräche laufen und ich bin sehr gespannt, wo die Reise hingeht.“

Dass es im Zuge der Sendung auch zu Kritik kam, hat die Vilbelerin ebenfalls wahrgenommen. Allerdings hat sie zum Thema „Bodyshaming“, abwertende Äußerungen über das Aussehen anderer, eine deutliche Meinung. „Jeder soll so herumlaufen, wie er möchte. Wer seine Brustwarzen nicht abdecken möchte, muss das nicht tun oder das Produkt kaufen“, sagt sie. „Ich bin aber sehr froh, dass nahezu alle Nachrichten, die wir erhalten haben, sehr positiv sind.“

Mit dem Einstieg Maschmeyers und den nächsten Anfragen ist sie ihrem großen Ziel jedenfalls einen Schritt näher gekommen. Schließlich solle „Nippli“ irgendwann genauso für ein Produkt stehen wie „Flex“ oder „Tempo“. „Das große Ziel bleibt der Einzelhandel.“ Die 23-Jährige kündigt an: „Weitere Produkte werden folgen.“ wpa

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