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Emil (Lukas Schwedeck, 2. v. r.) verfolgt mit seinen neuen Freunden den Dieb, der ihm das Geld geklaut hat.

Burgfestspiele

„Emil und die Detektive“ ganz groß

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Kreative Bühnenelemente und überzeugende Schauspieler zeichnen das Musical für Kinder  in Bad Vilbel aus.

Erstaunlich ist es immer wieder, wie die Bühnenbildner der Burgfestspiele den Raum auf der feststehenden Bühne in der Wasserburg zu gestalten wissen. Im Fall von „Emil und die Detektive“, einem Musical für Kinder ab fünf Jahren, sind es überdimensionale Buchstaben, die Bühne beherrschen: B – E – R – L – I – N. Kein Wunder, spielt das Stück nach der Romanvorlage von Erich Kästner doch im Berlin der 1920er Jahre.

Diese Lettern haben es buchstäblich auf und in sich: Vorne ziert einen jeden eine andere fotografische Ansicht aus dem historischen Berlin, hinten bergen sie verschiedene Spielorte wie ein Abteil im Zug, den Potsdamer Platz oder eine Hotelrezeption.

Bei „Emil und die Detektive“ war Oliver Kostecka der Bühnenbildner, der zusammen mit Regisseur Christian H. Voss die Idee für die platzsparenden Gestaltungselemente hatte. Bedenken habe er schon gehabt, ob mit der Druckluft-Technik alles reibungslos über die Bühne gehen würden, so Voss am Samstag am Rande der Generalprobe. Doch zumindest diese letzte Probe klappt diesbezüglich, und so können die Schauspieler die Buchstaben ein Stückchen hochfahren lassen und je nach Anforderung auf der Bühne verschieben.

Die Geschichte selbst dürfte vielen bekannt sein: Der zwölfjährige Emil Tischbein – gespielt von Lukas Schwedeck – reist nach Berlin, um seine Großmutter und seine Cousine Pony Hütchen zu besuchen. Unterwegs im Zug stiehlt ihm ein Mitreisender die 140 Mark, die sich Emils Mutter vom Munde abgespart hat. In Berlin angekommen, versammelt Emil etliche andere Kinder und Jugendliche um sich. Unter der „Parole Emil!“ machen sie zusammen den Dieb dingfest, der sich auch noch als Bankräuber entpuppt. Es gibt eine Belohnung.

Allesamt erwachsene Schauspieler

Natürlich sind es allesamt erwachsene Schauspieler, die die jugendlichen Mitglieder der Detektivbande verkörpern. Doch sind sie sehr jung, wirken kaum älter als Mitte zwanzig, und die Kostümierung wirkt wie aus der damaligen Zeit entsprungen. Man kann sich also getrost der Fantasie hingeben, dass dort vorne tatsächlich Jugendliche ihr künstlerisches Werk verrichten.

Nur vier Wochen dauerten die Proben für das Musical. „Es ist schon eher ein Sprint als ein Marathon“, sagt Regisseur Voss. „Das ist aber alles planbar.“

Nicht planbar ist hingegen, wie die Produktionen ankommen. Am Samstag sind die Reihen voll besetzt und die Zuschauer, Erwachsene wie Kinder, zollen dem Musical nicht nur am Ende langen Applaus. Auch nach den Gesangseinlagen schwillt das Klatschen an, vereinzelt sind begeisterte Rufe zu hören.

Ebenso die Premiere am Sonntag soll für beglückte Gäste gesorgt haben. „Hochzufrieden verließen das kleine wie das große Publikum und die Darstellerinnen die Burg“, berichtet Festspieldramaturgin Ruth Schröfel. Gute Aussichten für die kommenden Vorstellungen.

Die nächsten Vorstellungen des Musicals „Emil und die Detektive“ für Kinder ab fünf Jahren sind am Dienstag, 21. Mai und Mittwoch, 22. Mai jeweils um 10 Uhr. Am Samstag, 25. Mai wird das Stück um 15 Uhr aufgeführt. Die Karten kosten zwischen 5,50 Euro und 13 Euro. Es gibt sie im Kartenbüro Bad Vilbel, Klaus-Havenstein-Weg 1, Telefon 0 61 01 / 55 94 55, tickets@bad-vilbel.de. kultur-bad-vilbel.de/burgfestspiele

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