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Ulrike Greiner ist eine Quereinsteigerin. Die Leiterin des Hauses der Begegnung in Bad Vilbel war früher Altenpflegerin.
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Ulrike Greiner ist eine Quereinsteigerin. Die Leiterin des Hauses der Begegnung in Bad Vilbel war früher Altenpflegerin.

Vilbels Haus der Begegnung

Die Diplomatin

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Ulrike Greiner leitet das Haus der Begegnung - dort will sie junge und alte Bürger zusammenbringen. Wie so oft im Leben war es ein Zufall, der der gelernten Altenpflegerin die persönliche Wende herbeiführte.

Menschen und Räume sind seit mehr als einem Jahr ihr Metier. So lange leitet Ulrike Greiner das Haus der Begegnung (HdB). Sie versteht sich allerdings nicht als Verwalterin. Sondern sie will die Bürger – junge und alte – zusammenbringen und ihnen mit dem HdB einen Aktionsraum bieten. Das Haus der Begegnung soll als Treffpunkt verschiedener gesellschaftlicher Interessen und Initiativen fungieren. Marketing und Fingerspitzengefühl beim Umgang mit unterschiedlichen Personengruppen sind dabei gefragt.

Ulrike Greiner ist das, was man eine Quereinsteigerin nennt. Die Leitung des HdB hebt sich deutlich von ihrem vorherigen Arbeitsleben ab. Die neue Tätigkeit stellt für die 35-Jährige nicht nur deshalb eine Zäsur dar. „Mit dem Berufswechsel habe ich mich neu eingekleidet“, erzählt die gebürtige Frankfurterin. Nein, das sei nicht wegen besonderer Repräsentationspflichten nötig gewesen, winkt sie ab. Nach mehr als 14 Jahren in der Altenpflege – zunächst in der stationären in Frankfurt und dann in Bad Nauheim in der ambulanten Versorgung – war die neue Aufgabe wie ein Schnitt, „der einfach auch äußerlich vollzogen werden musste“, erläutert Greiner.

Nervenstärke gefragt

Die Altenpflege war für sie nicht nur ein Beruf, sondern eine Profession, die jedoch Substanz kostete. „Bei der Arbeit in einem Pflegeheim brennen sich einem Lebensgeschichten ein. Jeder Bewohner hinterlässt einen Fleck auf der Seele“, sagt sie mit nachdenklicher Stimme.

Weil die Seele keine unbegrenzte Fläche ist, hatte sie den beruflichen Umstieg bereits geplant – ebenso wie ihr Mann, der bis vor Kurzem in der Altenbetreuung arbeitete. Wie so oft im Leben war es auch bei Ulrike Greiner der Zufall, der die persönliche Wende letztlich herbeiführte.

„Günther Biwer, Vorsitzender des Fördervereins für das HdB, sprach mich zum Umbaubeginn an, ob ich mir vorstellen könne, das Haus der Begegnung zu führen“, erzählt sie. Greiner war für den Altbürgermeister keine Unbekannte. Rund drei Jahre lang agierte sie in der Hospizgruppe des Vereins BürgerAktive.

Qualifikationen auf dem Papier, die sie für die Leitung des HdB auszeichnete, besaß sie nicht. Auch habe es bis zum Arbeitsantritt keine Zusatzausbildung gegeben, erzählt sie. Das Organisationsgeschick als Altenpflegerin und besonders die soziale Kompetenz haben Biwer und den Vorstand beeindruckt und Greiner den Mut gegeben, das Angebot anzunehmen. „Die Gelassenheit, die man aus der Pflege mitbringt, ist für diesen Job nicht schlecht“, bemerkt sie mit einem Schmunzeln.

Nervenstärke war bereits in der Bauphase nötig; zum Beispiel wenn Greiner mit Handwerkern verhandelte oder bei der Innengestaltung mitplante. „Das war eine super spannende Zeit“, findet sie.

Nach der Eröffnung des Hauses der Begegnung wuchs der Arbeitsaufwand. Schon bald zeigte sich, dass das ursprünglich vereinbarte Zeitkontingent von 20 Stunden in der Woche unzureichend ist. Greiners Vertrag wurde deshalb auf 30 Wochenstunden aufgestockt – auch weil die Belegung des HdB deutlich gestiegen ist.

Bad Vilbel ist für die Frankfurterin nicht nur zum Arbeitsplatz, sondern auch zum Wohnort geworden. Seit vier Jahren lebt sie mit Mann, zwei Hunden und drei Katzen in Dortelweil. „Dort lässt es sich gut leben, ohne dass es zu dörflich zugeht“, sagt die bekennende Großstädterin. Schließlich ist die Kernstadt in der Nähe.

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