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Zufrieden mit dem Musikschuljahr 2020: Jürgen Werner und Corinna Probst.
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Zufrieden mit dem Musikschuljahr 2020: Jürgen Werner und Corinna Probst.

Wetterau

Digital Saxofon lernen

Dank Online-Unterricht zieht Hessens drittgrößte Musikschule für das vergangene Jahr trotz der Corona-Pandemie eine erfolgreiche Bilanz.

Jürgen Werner ist zufrieden. „Wir hatten 100 Besucherinnen und Besucher, und das Wetter war traumhaft“, erinnert sich der Vorsitzende des Trägervereins der Musikschule Bad Vilbel und Karben an das Open-Air-Konzert auf Picknick-Decken im Karbener Jugendkulturzentrum. „Und in Bad Vilbel haben wir den letzten Tag genutzt, an dem die Tribüne für das Sommertheater in der Burg aufgebaut war. Auch dieses Konzert war sehr erfolgreich.“

Die beiden Veranstaltungen sind Werner wie auch Musikschulleiterin Corinna Probst sehr genau im Gedächtnis geblieben. Denn viele öffentliche Konzerte hat es im Jahr der Corona-Pandemie gar nicht gegeben. „Wir haben vielleicht ein Viertel der Konzerte gemacht, die geplant waren.“

Dennoch: Die Verantwortlichen der mittlerweile drittgrößten Musikschule in Hessen ziehen ein sehr positives Fazit für das schwierige Jahr 2020. Während andere Einrichtungen massiv unter den Auswirkungen der Pandemie gelitten haben, habe sich die Musikschule trotz widriger Umstände bestens geschlagen. „Für uns war es ein recht dankbares Jahr“, sagt die Musikschulleiterin.

Natürlich hätten auch die Verantwortlichen der Schule auf die Krise reagieren müssen. So mussten, als der erste Lockdown verhängt wurde, 85 Prozent der fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit.

online-unterricht

Der Vorsitzende des Trägervereins der Musikschule, Jürgen Werner, ist selbst Schüler der Musikschule – er lernt Saxofon. Da sein Lehrer Risikopatient sei, laufe der Unterricht seit Beginn der Pandemie digital. „Wir können durch die kurze Latenz auch zusammen spielen“, freut sich Werner darüber, dass der Unterricht auch aus der Ferne technisch prima klappt. Auch die weitaus meisten Schülerinnen und Schüler der Einrichtung seien beim Online-Unterricht geblieben, auch als nach dem ersten Lockdown wieder Präsenzunterricht möglich gewesen sei, berichtet der Vereinsvorsitzende weiter. Insgesamt hat die drittgrößte Musikschule Hessens in der südlichen Wetterau rund 3800 Schülerinnen und Schüler. Nur die Musikschulen in Frankfurt und Wiesbaden zählen mehr. pe Kontakt Bad Vilbel: Lohstr. 13 – Alte Mühle , Tel. 06101/ 983 40, info@musikschule-bad-vilbel.de Kontakt Zweigstelle Karben: Brunnenstraße 2 – Jukuz, Tel. 06039/ 930 803, karben@musikschule-bad-vilbel.de

Aber: Als der erste Lockdown beendet war, sei man „relativ schnell wieder bei einem Beschäftigungsumfang von 90 Prozent“ gewesen, hat die Schulleiterin notiert. Dass sich die Pandemie auf das Unterrichtsangebot ausgewirkt hat, wird nicht bestritten. Die Zahlen der Bilanz für 2020 sprechen eine deutliche Sprache:

In nur zwei der 23 Kindertagesstätten im Süden der Wetterau gab es das Gruppenangebot „Musikalische Kindertagesstätte“ (Mukita). „Das liegt in erster Linie daran, dass wir nicht in alle Räume konnten“, betonen sie. Konkret bedeutet das: Eine Musiklehrerin geht zu den Kindern in die Kita. Das war während des Lockdowns aber nicht möglich. Ähnlich war es mit den Früherziehungskursen, die in den Räumen der Schule liefen. Hier konnten lediglich fünf von 15 Angeboten stattfinden. Schließlich litt auch das dritte Angebot des sogenannten Elementarbereichs unter der Pandemie: Lediglich ein Viertel des „Instrumentenkarussells“ habe stattgefunden.

Auch in Bad Vilbel galt es, auf digitalen Unterricht umzustellen, wenngleich in kleinerem Rahmen auch Präsenzunterricht möglich gewesen ist. „Es hat sich ein kleines Team von Lehrkräften zusammengefunden, das den Digitalunterricht vorbereitet hat“, erklärt Probst. Werner ergänzt zu diesem Punkt, dass man die Eltern angeschrieben habe, damit sie einverstanden seien, dass der Online-Unterricht auch als hundertprozentiger Unterricht anerkannt werde. „Die Eltern haben prima mitgezogen. 90 Prozent von ihnen haben das akzeptiert“, sind die Verantwortlichen zufrieden.

Das Ganze ist mehr als nur eine juristische Floskel, denn durch die Anerkennung verpflichten sich die Eltern, weiterhin die vollen Gebühren für den Unterricht ihrer Kinder zu zahlen. Diese Einnahmen sind neben den garantierten Zuschüssen der beiden Städte Bad Vilbel und Karben ein wichtiges Standbein der Finanzierung der Einrichtung. Technisch musste allerdings dafür noch nachgerüstet werden. „Das hat in Zusammenarbeit mit der Stadt auch ganz prima geklappt. Wir sind hier sehr gut unterstützt worden.“ Das „schlechte WLAN“ habe sich vor allem in der Alten Mühle verbessert.

Zum digitalen Unterricht habe es positive Rückmeldungen der Eltern gegeben, ist die Leiterin zufrieden. Nach dem ersten Lockdown seien 70 bis 80 Prozent der Schüler beim Online-Unterricht geblieben. Corinna Probst betont: „Alle Lehrkräfte haben sich in digitale Unterrichtsmethoden eingearbeitet. Der Lockdown hat viel Kreativität freigesetzt“, betont Probst.

So seien zum Beispiel kleinere Lernvideos entstanden, sagt sie. Zudem würden Eltern und Schüler die Mischung aus Digital- und Präsenzunterricht gut mittragen. Man spüre einen großen Rückhalt bei den Eltern. „Viele sind dankbar, dass es wenigstens noch den Musikunterricht gibt.“

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