+
Michael Strauch bei der Montage des 22-Tonnen-Kollergangs auf seinen vier Fundamenten im Kreisverkehr.

Bad Vilbel

Ein Denkmal für Massenheim

  • schließen

Ein historischer Kollergang ziert den neuen Kreisverkehr in Bad Vilbel. Er soll an die lange Ziegeleitradition Massenheims erinnern.

Viele Vilbelerinnen und Vilbeler, die derzeit an der Baustelle für den neuen Massenheimer Kreisels vorbeifahren, werden sich schon gefragt haben: Was, zum Kuckuck, ist das denn? Ein mehrere Meter hohes, hellgraues Gebilde steht in der Mitte des neuen Rundkurses. Die Massenheimer Ortsvorsteherin und CDU-Fraktionschefin im Stadtparlament, Irene Utter, klärt in einer Mitteilung auf: Es handele sich um einen monumentalen sogenannten Kollergang, ein Mahlwerk, das zum Zerkleinern und Mischen von Steinen, Erzen, Papierrohstoffen oder Lebensmitteln dient. Ein ähnlicher Kollergang habe sich viele Jahrzehnte lang in der alten Massenheimer Ziegelei befunden.

„Die Idee, den neuen Kreisel mit Elementen unserer über 100-jährigen Ziegelei zu verschönern, kam 2008 auf. Damals war unserer Ehrenortsvorsteher Jörg Schatz noch im Amt und hat an der Idee gearbeitet“, erinnert sich die Ortsvorsteherin. Im Jahr 2015 sei der 60 Meter hohe Kamin der alten Ziegelei gesprengt und der stehengebliebene Schornsteinrest für den Kreisel am Viadukt genutzt worden. Der Ortsbeirat habe sich dann darauf geeinigt, stattdessen einen alten Kollergang als historische Dekoration zu nutzen.

Das Massenheimer Original sei ins Ausland verkauft worden und heute wieder im Einsatz. „Unser Dank gilt Michael Strauch von der Firma Keraform: Er hat den 22 Tonnen schweren Kollergang besorgt und mehrfach auf eigene Kosten hin- und hertransportiert, um ihn aufarbeiten zu lassen“, betont Utter. „Damit wurde der langen Ziegeleitradition in Massenheim ein Denkmal geschaffen.“ Künftig werde auch das Massenheimer Wappen, das ehemals den Römerbrunnen schützte, den Kreisel zieren, so Utter in ihrer Mitteilung. Wenn Ende November alles fertig ist, werde er noch begrünt. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare