Bad Vilbel

Chinesisches Hotelprojekt in Bad Vilbel stockt

  • vonNiklas Mag
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Beim geplanten Hotelprojekt herrscht weiterhin Uneinigkeit zwischen der Stadt Bad Vilbel und chinesischen Investoren. Die SPD regt jetzt an, die Fläche anderweitig zu nutzen.

Die Planungen einer chinesischen Investorengruppe für ein Hotel mit Gastronomie und Apartments im Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil stocken. Die Dortelweiler SPD möchte es jetzt genau wissen und notfalls neue Überlegungen für die Fläche anstellen.

Bei dem Hotel handele es sich um das größte Einzelbauprojekt in Dortelweil, begründet Rainer Fich seinen Antrag für die nächste Ortsbeiratssitzung am 2. September, deshalb wolle die SPD nach einer Aktualisierung fragen. Die Sozialdemokraten wollen unter anderem Details zu weiteren Kaufpreisraten und wissen, ob die Investoren überhaupt an dem Projekt festhielten. Zudem heißt es: „Wo liegt aus Sicht des Magistrats die Verantwortung für den beschriebenen Projektstillstand?“ Denn die SPD will die Fläche nicht viel länger ungenutzt sehen: „Wenn das nichts mehr wird, wäre es an der Zeit, mal über eine andere Nutzung nachzudenken“, findet Fich. „Eine Nutzung für Wohnbebauung hätte sicherlich Priorität, gerade über günstigen Wohnraum sollte hier nachgedacht werden.“

Anzahlung bereits geleistet

Rund 7,3 Millionen Euro soll die Investorengruppe aus der chinesischen Stadt Urumqi nach Bad Vilbel überweisen, um das Hotel auf der Wiese zwischen Rathaus und Theodor-Heuss-Straße errichten zu können. Die vereinbarten fünf Prozent Anzahlung liegen bereits in der Stadtkasse, doch würden die Verhandlungen stocken, berichtete Stadtrat Klaus Minkel im November dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss. Der Grund seien kulturelle Unterschiede, sagte er damals. Die Investoren würden viel auf der Beziehungsebene regeln wollen, während die Stadt das Geschäft eher durch Verträge und Gesetze regeln wolle.

Auf Anfrage sagte Klaus Minkel jetzt zum Sachstand: „Die Chinesen wollen entgegen der Vertragslage eine deutlich höhere Ausnutzung.“ Diese könne man aber nicht zugestehen. „Dadurch ist das Projekt derzeit blockiert. Das ist aber nicht weiter schlimm, da in Bad Vilbel genug gebaut wird.“

Das Areal, auf dem das Hotel stehen soll, umfasst rund 7300 Quadratmeter. Neben dem Hotel und der Gastronomie sollen auch Boardinghaus-Apartments entstehen. Diese werden meist von Unternehmen genutzt, die Mitarbeiter über längere Zeit an einen Ort schicken.

Die Stadt hat schon einmal schlechte Erfahrungen mit chinesischen Investoren gemacht. 2014 war der Verkauf von rund 275 000 Quadratmetern im Quellenpark geplatzt. Hier sollte ein Großhandelszentrum für chinesische Waren entstehen. Insgesamt ging es dabei um rund 94 Millionen Euro.

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