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Bürger wollen Kiosk behalten

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Von: Claudia Isabel Rittel

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Voraussichtlich ab 2014 wird der Bahnhofsvorplatz umgebaut.
Voraussichtlich ab 2014 wird der Bahnhofsvorplatz umgebaut. © peter-juelich.com

Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ist kurz vor Beschluss. Für die SPD bleibt der Lärm für geplante Wohnungen ein Problem.

Es tut sich was in Punkto Bahnhofsvorplatz. Nachdem die Stadt die Einwände von verschiedenen Seiten angehört hat, ist das Thema nun wieder im parlamentarischen Prozess. Kommenden Dienstag wird das Stadtparlament darüber abstimmen.

Insgesamt seien 20 Anregungen bei der Stadt eingegangen, acht davon hätten Bürger vorgebracht, sagt Bauamtsleiter Erik Schächer. Deren wichtigste Folge ist, dass nun niedriger gebaut wird als zunächst geplant.

Dem Wunsch von Anwohnern, nicht eine Häuserzeile, sondern einzelne Häuser um den neu entstehenden Platz zu planen, kommt die Stadt nicht nach. Aus Lärmschutzgründen, erläutert Schächer. Nach hinten, wo die neuen Häuser an bestehende Häuser grenzen werden, solle aber räumlich gegliedert gebaut werden. Dadurch könne der Eindruck einer kleinteiligen Bebauung entstehen. Nach vorne groß, nach hinten klein, fasst Schächer die Planung zusammen. Denn nach vorne hin soll ein neuer Platz entstehen, der durch die neuen Häuser am Rand eingefasst wird.

Die Pläne beeinflusst hat auch ein Einwand des Gewerberings: Aus Sorge vor Konkurrenz gaben die Kaufleute zu bedenken, dass in den im Erdgeschoss geplanten Ladenzeilen ein Gegenzentrum entstehen könne, schildert die Vorsitzende des Gewerberings, Monika Delazer.

Gewerbeflächen sind Eigentum der Stadt

Die nun geplanten Flächen für Gewerbe liegen alle auf Grundstücken, die im Eigentum der Stadt sind, erläutert Schächer. Nun kann die Stadt auch über den Verkauf der Grundstücke steuern, was sich dort ansiedelt, sagt Schächer. Das war uns auch wichtig. Interessenten für die Grundstücke gebe es derzeit noch nicht. Auch beim Zuschnitt des Bushofs gab es in den vergangenen Monaten Veränderungen. Nach der derzeitigen Stand sind die Bushaltestellen am Rand des Platzes geplant, der Verkehr fließt durch die Mitte. Diese Details sind aber noch variabel, da sie nicht im Einzelnen im Bebauungsplan niedergelegt sind.

Wenn die Krebsschere westlich vom Bahnhof bebaut wird, könnten laut Schächer auch dort Busse abfahren. Aber das ist derzeit noch Zukunftsmusik. Die Linde, die in der Nähe der neuen Treppe steht, ist laut Schächer nicht von den Plänen betroffen.

Die Sozialdemokraten gehen positiv grundgestimmt in die Diskussionen über den Bebauungsplan, sagt SPD-Mann Rainer Fich. Einige Probleme sehen sie aber trotz der erwähnten Nachbesserungen noch. Wichtigstes und grundsätzliches Problem ist in ihren Augen die Lärmbelastung für geplante Wohnungen.

Bahnhofsgebäude weiter leer

Das Regierungspräsidium Darmstadt sehe hier erhebliche Bedenken wegen Lärms, argumentiert Fich. Der Lärm könnte aus Sicht des Immissionsschutzes zu einer nicht unerheblichen Gesundheitsgefährdung führen, heißt es. Folglich könne die Wohnqualität neuer Wohnungen nicht als akzeptabel angesehen werden. Laut Fich muss erst noch die Frage geklärt werden, ob man Wohnungen bauen könne, die von unseren Fachbehörden als gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Ebenfalls fraglich sei die tatsächliche Notwendigkeit von neuen Gewerbeflächen. Ähnlich wie der Gewerbering fragt die SPD, ob es dem Einzelhandel gut tut, dort weitere Ladenflächen zu bauen.

Abgesehen davon, dass die SPD den Umbau des Bahnhofsvorplatzes grundsätzlich begrüßt, nennt Fich zwei weitere Kritikpunkte: Schon in der Gesamtplanung gebe es Mängel, sagt er. So sei weiterhin unklar, was mit der Bahnhofsvorhalle passiert. Wenn am Ende alles gut läuft, haben wir am Ende einen schönen Platz, und das alte Bahnhofsgebäude steht immer noch so da, wie es jetzt ist, sagt er.

Außerdem hätten sich einige Hundert Bürger für den Erhalt des Kioskes eingesetzt, der derzeit vor dem Bahnhof steht und laut neuen Plänen weichen muss. Auch darüber müsse gesprochen werden, findet Fich.

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