Bad Vilbel

Bäume in Bad Vilbel gestresst

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Baumverluste: Der Umweltausschuss in Bad Vilbel holt sich Rat bei einem Experten, wie man am intelligentesten Neupflanzen kann.

Bäume brauchen Luft zum Atmen, ihre Wurzeln lockere Erde, genug Wasser und Raum zum Ausbreiten. Dass sie deshalb in versiegelter Stadtbebauung ums Überleben kämpfen, erklärte Mark Pommnitz, Geschäftsführer eines bundesweit tätigen und auf Bäume spezialisierten Sachverständigenbüros dem Umweltausschuss.

Laut Mitteilung von Clemens Breest ging es vor dem Hintergrund des massiven Verlustes von städtischen Bäumen durch Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall um das richtige Vorgehen beim Nachpflanzen. „Ich wünsche mir von der Stadt, dass Mark Pommnitz als Experte bei Planung und Pflanzung von Bäumen hinzugezogen wird“, so Ausschussvorsitzender Jens Völker (CDU).

Breest: „Angesichts der Lebensbedingungen der meisten Straßenbäume in Bad Vilbel müssen wir mit weiteren erheblichen Verlusten rechnen. Es ist aber auch klar, dass schlichtes Nachpflanzen keine Lösung ist. Es muss in Zukunft weitaus mehr Mühe auf Auswahl und Vorbereitung der Pflanzgrube als auch der Auswahl der Baumart verwendet werden.“ Aus Sicht der Bäume sei die Stadt ein Extremstandort, so Pommnitz. Versiegelte Flächen verhinderten die Wässerung, unzureichender Wurzelraum vereine die ausreichende Nährstoffaufnahme. 

Im Sommer sorgten aufgeheizte Gebäude selbst nachts für Hitzestress und im Winter schädige Streusalz. Selbst Jungbäume hätten trotz Anwachshilfen zu kämpfen. Sogar bei den Eichen vor dem Rathaus gebe es Wachstumsstillstand, weil ihnen schlicht die notwendige Lebensgrundlage fehle, so Pommnitz, der sich einige Vilbeler Baumstandorte angesehen hatte. „Es möglich, Bäume in dicht versiegelte Gebiete zu pflanzen. Dafür braucht es aber den notwendigen Sachverstand.“  

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