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Heike Schloßhan-Salomon, Gunther Salomon (Mitte) und Peter Paul kritisieren die Fällungen.
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Heike Schloßhan-Salomon, Gunther Salomon (Mitte) und Peter Paul kritisieren die Fällungen.

Bad Vilbel

Kritik an „enormem Holzeinschlag“

Ein neu gegründeter Arbeitskreis sorgt sich um Stadtwald. Stadtrat Minkel kann sich vorstellen, wieder eine Umweltkommission entstehen zu lassen.

Der Bad Vilbeler Stadtwald ist für Peter Paul, Gunther Salomon und Heike Schloßhan-Salomon ein besonderer Ort. „Ein Ort der Erholung und der Ruhe“, sagt Gunther Salomon. Er geht mit seiner Frau nahezu täglich am Rande Bad Vilbels spazieren. „Es ist einfach eine wunderschöne Strecke“, sagt Salomon. Doch dann blickt er in den Wald hinein. Zwei gefällte Bäume liegen dort. Salomon wirkt frustriert. „Was hier in letzter Zeit passiert, macht mich traurig.“

Deshalb hat sich nun im Initiativkreis Ökologie ein weiterer Arbeitskreis gebildet. Dieser nennt sich „Bad Vilbeler Stadtwald“ und kritisiert den „massiven Holzeinschlag“, wie Salomon sagt. Bereits im Spätsommer hätten er und seine Frau festgestellt, dass viele Bäume markiert gewesen seien. „Jetzt werden immer mehr gefällt. Das ergibt keinen Sinn.“ Die Sicherung der Wege und das Entfernen von Ästen oder auch Bäumen sei unabdingbar. „Das steht außer Frage. Dafür haben wir Verständnis, aber doch nicht mitten im Wald.“

Um das deutlich zu machen, haben die drei eine kleine Führung durch den Stadtwald organisiert. Mit Abstand und Maske geht es dabei nicht nur auf den Wegen entlang, sondern auch mal querfeldein. Peter Paul, Sprecher des Initiativkreises Ökologie, sagt: „Das Waldsterben ist schlimmer denn je und auch dieser Wald ist schwer krank.“ Das würde jedoch nicht bedeuten, dass jeder kranke Baum direkt gefällt werden müsse. „Jedes stehende Totholz ist wertvoll für Käferarten. Und davon profitieren auch die Vögel. Das ist ein wichtiger Kreislauf. Außerdem muss man aufpassen, das Kronendach nicht zu zerstören. Denn an diesen Stellen brennt die Sonne dann noch heftiger rein.“

Heike Schloßhan-Salomon fotografiert alles mit einer Kamera, trägt die Daten anschließend auf einer virtuellen Karte ein. „Auf dieser wollen wir deutlich machen, wo überall Bäume entfernt wurden.“ Auf dem Weg zu jenen Beispielen liegen viele Baumstämme links und rechts am Rand. „Die liegen hier teilweise seit Jahren und sind total vergammelt. Jetzt hat man die neuen Stämme daneben gelegt. Was passiert denn damit? Warum hat man sie überhaupt gefällt?“, fragt Paul. „Es herrscht eine richtige Unruhe. Überall liegen Stämme. Die Tiere finden keine Rückzugsorte mehr.“

In einigen Bereichen habe man die bereits vorhandene Naturverjüngung entfernt und andere Bäume gepflanzt. „Es hat vor einiger Zeit eine Aktion der Massenheimer Kerbburschen gegeben. Die haben Küstentannen im Wald gepflanzt. Das fanden wir super. Allerdings hat die Stadt jetzt auf einer großen Fläche viel zu viele weitere eingesetzt. Der Artenschutz wurde völlig vergessen“, so Salomon. „Der Schwarzspecht erschließt vielen anderen Höhlenbrütern den Wald. Der findet in der Küstentanne kein Leben.“ Die Forderung des Arbeitskreises ist: „Wir wollen, dass es eine Plattform gibt zur Beteiligung aller Bürger, der Umweltvereine und der im Stadtparlament vertretenen Parteien“, sagt Paul. Es habe früher eine Kommission für Umwelt-, Land- und Forstwirtschaft gegeben. „Es muss mehr Austausch und Informationen geben.“

Auf die Pressemitteilung des Arbeitskreises hat sich Stadtrat Klaus Minkel (CDU) zu Wort gemeldet. Er macht dem Arbeitskreis Hoffnung. „Die Wiedereinsetzung einer Umweltkommission statt der Behandlung im Bauausschuss ist immerhin erwägenswert.“ Durch die Einbeziehung der Ortslandwirte, der Jägerschaft und der Naturschutzorganisationen hätten sachkundige Bürger ein Diskussionsforum bekommen, das der Bauausschuss so nicht bieten könne.

Minkel zufolge mussten in diesem Jahr 1100 Kubikmeter Holz eingeschlagen werden, „wesentlich mehr als sonst mit rund 500 Kubikmetern“. Ursächlich dafür sei, dass ausschließlich bereits abgestorbene oder absterbende Bäume eingeschlagen werden mussten, die laut Forstverwaltung das kommende Jahr nicht überstanden hätten. „Die Forderung, die Altbäume stehen zu lassen, ist völlig abwegig, weil man so den Bad Vilbelern den Erholungswald wegnähme. Das Sicherheitsrisiko wäre nicht beherrschbar.“

Der Arbeitskreis ist ab 20. Dezember unter info@badvilbel-wald.de erreichbar. Die Website badvilbel-wald.de soll dann ebenfalls online gehen.

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