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Bad Vilbel

Hoffen auf Segmüller

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Das Regierungspräsidiums Darmstadt beschließt eine Abweichung vom Flächennutzungsplan. In Bad Vilbel ist der Weg damit frei für den Möbelkonzern Segmüller.

Die Regionalversammlung Südhessen des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt hat gestern bei ihrer Sitzung in Flörsheim den Weg für die Ansiedlung des Möbelkonzerns Segmüller in Bad Vilbel geebnet. Mit einer Mehrheit von CDU, SPD und FDP wurde eine Zielabweichung vom Flächennutzungsplan 2010 beschlossen. Dagegen votierten AfD und Grüne. Die Stadt hatte erneut einen Antrag auf Zielabweichung gestellt, diesmal jedoch mit einer entscheidenden Änderung hinsichtlich der Sortimentsflächen. Das Möbelhaus wird eine Verkaufsfläche von 45 000 Quadratmetern haben dürfen. Das innenstadtrelevante Sortiment, das Segmüller anfangs auf 6000 Quadratmeter platzieren wollte, wird auf 800 Quadratmeter begrenzt, wie es das Einzelhandelskonzept verlangt – Lampen und Leuchten sollen nun jedoch nicht mehr darunter fallen.

Seit mehr als zehn Jahren kämpft Bad Vilbel vor dem RP und dem Verwaltungsgericht, um den bayerischen Möbelhändler in die Wetterau zu holen. Das Grundstück im Norden der Stadt, im „Quellenpark“, wurde früh an Segmüller verkauft. Hunderte Arbeitsplätze und nicht geringe Gewerbesteuereinnahmen stellte Segmüller in Aussicht. Bundesweit ist das Unternehmen mit acht Standorten vertreten, in Hessen sind es Weiterstadt bei Darmstadt und seit 1959 Frankfurt mit einer kleinen Filiale in der Innenstadt für Polstermöbel. Die Vilbeler Dependance soll ähnlich groß wie Weiterstadt ausfallen. Allerdings wird Segmüller in Bad Vilbel nicht an einer achtspurigen Autobahn liegen, sondern an einer halb so breiten Bundesstraße.

„Es ist an der Zeit, dass dieses Projekt umgesetzt werden kann“, sagt Thomas Horn (CDU), Direktor des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main, auf FR-Anfrage. Die 45 000 Quadratmeter Gesamtverkaufsfläche seien ja immer unstrittig gewesen, sagt er. Für Segmüller in Bad Vilbel spreche nunmehr nicht nur die Reduzierung des innenstadtrelevanten Sortiments, sondern auch, dass das Vorhaben nach Überarbeitung des Plans mit einem nahen Auslieferlager und Tiefgarage nun kompakter ausfalle. Zudem passe das Möbelhaus heute besser in die Stadt, die sich mittlerweile mit großen Neubaugebieten erweitert hat. Nicht zuletzt soll dort eine Bürostadt mit 6500 Arbeitsplätzen entstehen.

Laut Horn kann die Änderung des Flächennutzungsplans neun bis 18 Monate dauern, sie erfolgt unter Beteiligung der Kommunen und Bürger. Eine Kommune, die dieser Tage bereits Protest gegen Segmüller erhob, war die Stadt Bad Homburg, die durch Segmüller schädliche Auswirkungen auf den innerstädtischen Handel befürchtet.

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