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Bad Vilbel

Grüne warnen vor Segmüller-Ansiedlung

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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CDU, SPD und FDP haben den Weg frei gemacht für die Ansiedlung des Möbelhändlers Segmüller. Die Grünen warnen vor desaströsen Folgen für Bad Vilbel und die Region.

Gravierende Folgen für den innerstädtischen Handel in Bad Vilbel und den Nachbarkommunen prognostizieren die Grünen, wenn der Möbelgigant Segmüller sein Haus im Quellenpark eröffnet. Am vergangenen Freitag stimmten CDU, SPD und FDP in der Regionalversammlung einer Änderung des Flächennutzungsplans zu. In dem Antrag der Stadt wurden das zentrenrelevante Sortiment auf 800 Quadratmeter begrenzt, Lampen, Leuchten und Teppiche fallen nunmehr nicht in diese Kategorie. Seit 2010 versucht die Stadt den Weg für die Segmüller-Ansiedlung frei zu machen, dazu wurden auch die Verwaltungsgerichte bemüht.

„Durch formale Tricksereien mag dieses Mal der Beschluss juristisch Bestand haben, die negativen Auswirkungen für unsere Stadt und Region bleiben jedoch desaströs“, bemerkt Katrin Anders, Co-Chefin der Vilbeler Grünen-Fraktion. Denn für das Nebensortiment werde immer noch eine Fläche von 3600 Quadratmetern erlaubt. Mit Segmüller entstehe in Bad Vilbel kein Möbelhaus, „sondern eine in sich geschlossene Verkaufswelt, die neben Möbeln alles bietet, was eigentlich in unserer Innenstadt zu haben sein sollte“, so Anders.

Die Grünen dürften sich mit ihrer Meinung nicht allein fühlen. In Stellungnahmen zum jetzt verabschiedeten Antrag sollen sich nicht nur Kommunen im nahen Umkreis gegen das Vorhaben ausgesprochen haben, sondern auch Frankfurt, Bad Homburg und Wetzlar.

CDU sieht keine Probleme

Hanau, das sich noch vehement gegen den Ausbau des Frankfurter Hessencenters aussprach, erhob hingegen bei Segmüller „keine Einwände“. Die von der Stadt zur Versammlung abgesandte Grüne stimmte dennoch gegen Segmüller. Kritik gibt es von den Vilbeler Grünen aber auch wegen der Dimension des Möbelhauskomplexes auf rund elf Hektar mit 45 000 Quadratmetern Verkaufsfläche, 33 000 Quadratmetern Lager und einer Stellfläche für 1600 Autos. Das Vorhaben, das ungefähr die Größe der Dependance in Weiterstadt bei Darmstadt haben wird, vertrage sich nicht mehr mit dem mittlerweile in der Nähe entstandenen großen Wohngebiet. Der Verkehr werde auch ohne Segmüller wegen zweier anderer Großprojekte der Stadt steigen: durch das Spaßbad mit geschätzten 1,3 Millionen Besuchern im Jahr und die Büro- und Wohnstadt für mehr als 6000 Menschen, beides liegt ebenfalls an der B3.

Während Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) auf Anfrage der FR zu den Vorwürfen der Grünen und zum Versammlungsbeschluss nicht Stellung nimmt, äußert sich Tobias Utter, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Bad Vilbel. Er verweist darauf, dass mit dem Antrag für die Regionalversammlung auch ein aktualisiertes Verkehrsgutachten beigelegt worden sei, das eine „Worst Case“-Betrachtung aufweise. „Die Auswirkungen auf unseren innenstädtischen Verkehr sind überschaubar“, so Utter.

Der Abgesang der Grünen auf den Handel im Ort bezeichnet er als Polemik. Utter geht davon, dass der Einzelhandel und die Gastronomie in der Kernstadt von Segmüller gestärkt würden, weil die Möbelkäufer noch einen Abstecher in die Frankfurter Straße unternähmen. Er erinnert zudem daran, dass die Stadt das Geld aus dem Grundstückverkauf, ein „zweistelliger Millionenbetrag“, zur Sicherung der Infrastruktur benötige. Segmüller hat bereits vor Jahren eine Anzahlung in Höhe von 2,5 Millionen Euro geleistet, die bei einem Scheitern zurückzuzahlen wären.

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