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Alles wird „ein bisschen kleiner“

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Recht zufrieden zeigte sich der Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann am vergangenen Mittwoch vor dem Kulturausschuss über die ersten Burgfestspiele nach der zweijährigen Corona-Pause. Bei der Bilanz-Pressekonferenz Mitte September hatte Kunzmann bereits erklärt, dass man in der Saison 2022 fast 100 000 Zuschauer in der Wasserburg begrüßen konnte.

Zuschauer- und Umsatzzahlen lagen unter dem Rekordergebnis von 2019. Damals besuchten fast 109 000 Menschen die 228 Vorstellungen. Die Stadt nahm in jener Theatersaison rund 2,5 Millionen Euro ein, Sie musste „nur“ eine halbe Million zuschießen, um die Kosten zu decken. „In der Saison 2022 hat uns die gute Mischung aus Programm und Gastronomie sehr geholfen“, sagte der Kulturamtsleiter am Mittwochabend in der Gronauer Breitwiesenhalle. Es seien mehr Gäste gekommen als er zuvor vermutet hatte. Nach der Hochphase der Pandemie klagen ansonsten überall die Kulturveranstalter über einen deutlichen Rückgang des Ticketverkaufs.

Nun laufen die Vorbereitungen für die Burgfestspiel-Saison 2023. Sie wird am 13. Mai beginnen und am 10. September enden. Kunzmann: »Wir suchen jetzt das technische Personal, zum Beispiel für Licht, Ton, Maske und Schneiderei.« Etliche der bewährten Kräfte wanderten während der Corona-Pause aus dem Beruf ab. Nun brauche man neue Leute. Parallel stellen Kunzmann und sein Team das Schauspiel-Ensemble zusammen. Am 25. November kommen die Interessenten zu einem dreitägigen Vorsprechen nach Bad Vilbel. Damit die Kosten im Rahmen bleiben, muss jeder Schauspieler, jede Schauspielerin bei zwei unterschiedlichen Inszenierungen auf die Bühne.

Das Programm muss ebenfalls zum Monatsende stehen. Denn Anfang Dezember beginnt der Ticketverkauf. Was genau gezeigt wird, mochte Kunzmann diese Woche noch nicht verraten. „Ich sitze gerade an der Spielplan-Struktur und verhandle mit den Theaterverlagen“, sagte der Intendant zu den Mitgliedern des Kulturausschusses. Der Etat der Burgfestspiele soll in den Zeiten der Inflation nicht aus dem Ruder laufen. Er ist noch nicht festgelegt. „Ich stehe auf der Kostenbremse“, verkündete Kunzmann. So werde es 2023 keine Oper für Kinder geben. Alles werde „ein bisschen kleiner“. Er plane auch nicht mehr wie früher elf Inszenierungen. An der Dauer der Burgfestspiele macht er aber keine Abstriche. Bei den Eintrittspreisen gebe es moderate Steigerungen. Die Tickets würden wohl um zwei bis drei Euro teurer. kni

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