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Stadtrat Klaus Minkel nannte die Kritiker mutlose Umkipper. (Archivbild)

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Die Absage an den Bebauuungsplan zum Kombibad ist ein Zeichen, wie sehr der Magistrat bei dem Prestigeprojekt unter Druck steht. Der Kommentar.

Das klare Signal, das es einst zum ersten Bebauungsplan zum Wund’schen Kombibad gab, versagten diesmal SPD und Grüne dem Magistrat – wegen gravierender Bedenken bei den Änderungen im Bebauungsplan, die auf Wunsch des Investors gemacht wurden, um Baukosten zu sparen. Doch muss man die Kritiker deswegen als mutlose Umkipper oder notorische Nein-Sager verunglimpfen, wie es Stadtrat Klaus Minkel (CDU) tat? Das ist keine Art, auf ernsthafte Fragen angemessen zu reagieren – möglicherweise jedoch ein Zeichen, wie sehr der Magistrat bei diesem Projekt unter Druck steht und über das Stöckchen springt, dass die Wund-Planer ihm hinhalten. Für den Magistrat muss das Bad kommen. Einst vollmundig angekündigte Großprojekte wie das chinesische Handelszentrum oder die Bierbrauerei sind der Stadt krachend zusammengefallen. Was aus der Segmüller-Ansiedlung wird, steht noch den Sternen.

Wenn man in der Wund-Gruppe den tragischen Tod von Inhaber Josef Wund und den damit verbundenen Stillstand als Zensur genommen hat, weil sich viele Parameter geändert haben, hätte die Stadt dies auch tun sollen, um einem Plan B zu erstellen. Stattdessen wird weiter auf eine Karte gesetzt und die Bedeutung des Kommenden für Stadt und Region heraufbeschworen. Was ist, wenn Wund nicht baut oder nicht so schnell, wie es die Befürworter sich wünschen?

Die Stadt hat hektarweise Land gekauft, um es an die Friedrichshafener für mehr als fünf Millionen Euro im Jahr zu verpachten. Geld, dass für die Finanzierung der neuen, großzügig dimensionierten Stadthalle eingeplant ist. Ob dieser Betrag auch künftig so steht – was die Grünen bezweifeln –, diese Frage hat der Magistrat am Dienstagabend unbeantwortet gelassen.

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