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Whirlpools bleiben aus

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Das Außenbecken müsste auf 32 Grad geheizt werden, was angesichts der Energiekrise nicht vertretbar sei, sagt Sascha Rieck, Betriebsleiter des Usa-Wellenbades. nici Merz © Red

Bad Nauheim - Der viel gescholtene weil zu trockene Sommer 2022 hat für das Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg nach zwei Jahren der Entbehrungen einen Aufschwung gebracht. Doch während das Ende der Corona-Beschränkungen unbeschwerte Monate in den Becken und auf der Liegewiese zugelassen hat, drückt die Energiekrise auf die Stimmung.

Das Rekordjahr 2018 mit 96 500 Gästen bleibt zwar ein Rekordjahr, aber auch die Freibadsaison 2022 im Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg kann sich sehen lassen: Vom Eröffnungstag 24. Mai bis zum 31. August seien 76 500 Besucher gekommen, sagt Betriebsleiter Sascha Rieck. Eine beachtliche Zahl nach den Magerkost-Jahren 2020 und 2021, als die Pandemie so vieles erschwerte. Außerdem hat man gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 um 5000 Besucher zugelegt, damals waren es 71 500 Gäste gewesen.

Noch bis Sonntag, 18. September, können alle Freundinnen und Freunde der gepflegten Abkühlung die Freibad-Atmosphäre genießen. Sollte der Sommer zurückkommen, dann wäre eine Verlängerung darüber hinaus noch eine Option. „Die Saison, wie sie bis jetzt verlaufen ist, hat etwas an Normalität erinnert, auch wenn Corona immer noch ein Stück im Hinterkopf ist“, sagt der Betriebsleiter. Der eine oder andere Besucher habe auch in dieser Saison in der Umkleide und in der Vorhalle noch die Maske getragen und auf Abstand geachtet. Von Betreiberseite habe man weiterhin auf umfangreiche Desinfektion gesetzt, dafür aber nicht - wie noch 2020 und 2021 - Puffer zwischen den Besucher-Zeitfenstern eingeplant. Solche Zeitfenster gab es diesmal gar nicht mehr.

Während Corona in vielen Bereichen mittlerweile eine eher untergeordnete Rolle spielt, ist die Energiekrise allgegenwärtig. Schon im April war das so, auch wenn sich die Lage seitdem verschärft hat. Damals berichtete diese Zeitung, dass das Usa-Wellenbad die rund 2,5 Millionen Liter Wasser aus der Halle ins Freibad rüberpumpt. Das Wasser war also nicht verloren, und noch dazu musste man es für draußen gar nicht aufheizen, weil es ja im Hallenbad schon zwischen 28 und 29 Grad gehabt hatte. Das Freibad-Wasser zurück ins Hallenbad zu leiten, sei zwar theoretisch möglich, werde aber nicht gemacht, sagt Rieck. Das liegt auch daran, dass das Wasser im Freibad-Becken noch gute Dienste tut. Würde man das Becken leer stehen lassen, dann könnten Frostschäden entstehen und Fliesen platzen. Stattdessen senkt man den Wasserspiegel um ein paar Zentimeter, nimmt Umwälzanlage inklusive Desinfektion außer Betrieb, montiert Eisdruckpolster an den Seitenwänden, damit das im Winter entstehende Eis nicht zu sehr an den Rand des Beckens drückt. Im nächsten Frühjahr wird das Wasser dann ausgetauscht.

Im Hallenbad braucht man unterdessen frisches Wasser. Ob das bei den gewohnten 28 bis 29 Grad bleiben wird, ist abzuwarten. Nach aktuellem Stand ist keine Absenkung der Temperatur vorgesehen, aber es gebe andere Maßnahmen, die bereits feststünden. Das Hallenbad soll am Tag nach der Schließung des Freibads öffnen, kündigt Rieck an. Wird das Freibad also am 18. September dichtgemacht, dann können am 19. September Schüler und Vereine ins Hallenbad, tags darauf dann die Öffentlichkeit. Ins Außenbecken werden sie nicht schwimmen können, und auch die beiden Whirlpools stehen nicht zur Verfügung.

Während bei den Whirlpools neben dem Energie-Aufwand auch die Enge und damit die Sorge vor einer Corona-Ansteckung mitspielt, ist es die Temperatur von 32 Grad, die sonst im Außenbecken vorherrscht und die nun gegen einen Betrieb spricht. Die Grad-Zahl deutlich abzusenken, würde wenig Sinn ergeben, da der Aufenthalt im Freien dann ziemlich ungemütlich wäre. „Das leuchtet glaube ich jedem ein, dass das in der jetzigen Situation nicht vertretbar ist“, sagt Rieck zur Entscheidung gegen das Außenbecken.

Sollte es in der Energiekrise hart auf hart kommen, dann geht es für Rieck im Zweifelsfall darum, wenigstens das Schulschwimmen, den Vereinssport und die Daseinsvorsorge für die Allgemeinheit aufrechtzuerhalten. Doch an dem Punkt ist man derzeit nicht.

Und was ist mit der Sauna? Sie ist erst von der Pandemie betroffen gewesen, nun wirkt sich auch die Energiekrise aus. Von März 2020 bis April 2022 war die Sauna coronabedingt geschlossen. Wie Rieck erläutert, hätte es sich wirtschaftlich nicht rentiert, die Zahl der Personen so zu reduzieren, dass man auf Abstand hätte sitzen und schwitzen können. Dann kam der Sommer, in dem die Sauna sowieso nicht geöffnet hätte, nun ist die Energiekrise der Grund, warum die Sauna bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Und wie sich die Pandemie im Herbst und im Winter entwickelt, ist unklar.

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