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Umweltbelastung unter dem Durchschnitt

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Von: Michael Humboldt

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Bad Nauheim sei „untermotorisiert“, heißt es im Bericht. imago © Red

Bad Nauheim habe keine Industrie und keinen Flughafen in unmittelbarer Nähe und auch keinen großen Fluss wie den Main oder den Rhein, bilanzierte Johannes Laubach, als er im Konzertsaal der Trinkkuranlage am Donnerstag die Treibhausgasbilanz für die Kurstadt analysierte. „Bad Nauheim liegt bezüglich der Umweltbelastung um 36 Prozent unter dem Durchschnittswert in Deutschland“, erklärte er im Rahmen der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Aber natürlich ist auch dieser Wert noch verbesserungswürdig. Johannes Laubach ist verantwortlicher Mitarbeiter der Agentur „MACS Energy & Water“, eines Unternehmens, das Beratung für Infrastrukturfinanzierungen anbietet.

„Unsere Kompetenzen umfassen Wasser und Abwasser, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Wir sind vor allem in Mittel- und Südosteuropa, Lateinamerika, Zentralasien und im Nahen Osten tätig“, heißt es auf der Homepage der Firma, die nun also auch Bad Nauheim in puncto Umweltschutz und Nachhaltigkeit streng unter die Lupe nimmt.

Mit ihm standen Yuge Lei, Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz der Stadt Bad Nauheim, sowie Matthias Wieliki, der Leiter des Fachbereichs Zentrale Steuerung und Öffentlichkeitsarbeit, in der Trinkkuranlage vorne am Mikrofon. Untersucht wurden für die Treibhausgas-Erkennung der Verbrauch von Erdgas, Strom, Heizöl oder Nahwärme, der Verkehrssektor mit Lastwagen, Autos, Güterverkehr und Stadtbussen, aber auch Abwasser-, Landwirtschafts- oder Kläranlagen-Belastungen.

Der Energieverbrauch in dieser Stadt stützt sich nach Laubachs Erkenntnis zu 40 Prozent auf private Haushalte und zu je 30 Prozent auf den Verkehr und den Bereich Gewerbe und Dienstleistungen. „Wir wollen herausfinden: Wo stehen wir, wo wollen wir hin?“, erklärte Johannes Laubach. „Es geht einfach um eine Einordnung, um dann potenzielle Maßnahmen zu entwickeln. Wir befinden uns mittendrin in den Arbeitsgruppen. Danach können Sie damit machen, was sie wollen“, fügte er mit Blick auf die Stadtvertreter an. So liege der Gewerbeanteil in der Kurstadt fast 40 Prozent unter dem Durchschnittswert in Deutschland. „Aber dafür verbrauchen die Krankenhäuser und medizinischen Einrichtungen in der Gesundheitsstadt sehr viel Energie“, betonte der Experte. Positiv sei, dass die vielen Neubauten in Bad Nauheim extrem energiesparend gebaut würden. Negativ dagegen wertete er, dass es in der Stadt einen hohen Erdgasanteil gebe. „Wir müssen einfach vom Erdgas wegkommen“, forderte er. Auch bei den rund 800 Solaranlagen in der Kurstadt sieht er noch Potenzial nach oben. Zukunftsweisend dagegen sei der hohe Anteil der emissionsfreien Fahrzeuge. „Hier gibt es unterdurchschnittlich viele Fahrzeuge gegenüber dem Wert im Bund.“ Bad Nauheim sei untermotorisiert gegenüber Hessen und Deutschland.

Doch was ist nun die Konsequenz aller Erkenntnisse? „Energieverbrauch senken, Treibhausgasausstoß senken, CO2 speichern, CO2-neutrale Energie und Wärme, CO2-neutrale Mobilität, energieeffizientes Wohnen, integriertes Klimaschutzkonzept und kommunales Klimaschutzmanagement.“ So jedenfalls steht es im Programm der Zukunftswerkstatt Bad Nauheim, die dieses Projekt mit allen Analysen mit großem Ehrgeiz verfolgt. mi

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