1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wetterau
  4. Bad Nauheim

Suche nach der passenden Trasse

Erstellt:

Kommentare

jw_Radschnellweg3_101122_4c_1
Der Radschnellweg könnte durch die Zanderstraße verlaufen. Welche Route machbar ist, soll eine Studie zeigen. ihm-fahle © Petra Ihm-Fahle

Der städtische Bauausschuss hatte jüngst eine Vorlage auf den Tischen in der Bad Nauheimer Trinkkuranlage. Es ging um den geplanten Radschnellweg FRM 6 zwischen der Wetterau und Frankfurt, der auch durch Bad Nauheim führen soll. Den Beschluss pro Machbarkeitsstudie vertagte das Gremium erneut.

Antje Quitta vom Regionalverband Frankfurt Rhein-Main gab einen Überblick über das Vorhaben. Vor allem die „Trassenverbindung West“ haben die Planer für die Gesundheitsstadt im Fokus, sie schließen aber auch die „Ost-Variante“ nicht aus. Eine Kombination beider Varianten schlagen die Planer aus dem Rathaus vor. Um eine Mobilitätswende herbeizuführen, will das Land den Fuß-, Rad- und Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fördern. Neue Strukturen wie gute, direkte und sichere Radschnellwege sollen ermöglichen, mit dem Fahrrad bequem zur Arbeit zu kommen, auch über größere Strecken. Der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main plant die Radschnellwege und eruiert, welche Streckenführungen sich anbieten. Die Planungskosten übernimmt das Land, für die neuen Routen gibt es Fördergelder.

Eine Online-Befragung unter Bad Nauheimern ergab eine Präferenz für die Osttrasse, bei der der Promenadenweg zwischen Bad Nauheim und Friedberg eine Rolle spielen würde. Laut Rednerin Quitta ist das aber nicht die favorisierte Strecke des Planungsverbands; der hält die Weststrecke für geeigneter. Diese Route würde die Friedberger Straße entlangführen, wo bereits ein Rad- und Fußweg verläuft.

Die Bad Nauheimer Radverkehrsbeauftragte Therese Dahlke sprach sich deutlich gegen die Osttrasse aus; gemeint ist der Weg an der Usa, der entlang der Schrebergärten und der Pferdeweide führt. „Dann kann kein Fußgänger, kein Hund, kein Kind mehr dort laufen. Der Promenadenweg ist total unmöglich“, gab sie zu bedenken.

Durch Bad Nauheim hindurch wären die Wege beider Varianten relativ ähnlich, abgesehen von der Überlegung, die Trasse entweder ab Esso-Kreisel durch die Kurstraße oder alternativ durch die südliche Zanderstraße zu leiten. Letzteres könnte erfordern, die Usa-Brücke auf der Schwalheimer Straße auszubauen. Geschätzte Kosten: 4,16 Millionen Euro. Dies, weil ein Radschnellweg vier Meter breit wäre, da er auch Begegnungsverkehr zulässt.

Funktion und Erscheinungsbild eines Radschnellwegs sind etwas anderes als die Schutz- und Radfahrstreifen in der Schwalheimer und Frankfurter Straße. Wie bequem ist man auf solch einem Weg unterwegs? „Für Komfort und Sicherheit gibt es Ausbaustandards, die vom Regionalverband vorgegeben sind“, erklärt Tobias Kolckhorst, Fachdienstleiter für Tiefbau und Verkehrsplanung im Rathaus. Da der Streckenverlauf noch nicht feststeht, könne er hierzu aber noch keine detaillierten Angaben machen.

Unstrittig dürfte sein, dass ein Radschnellweg nicht überall in der Stadt vier Meter breit sein kann. Es gibt Engstellen, beispielsweise am Parkplatz am Großen Teich. An der einen oder anderen Stelle müsste die Stadt vielleicht eine Fahrradstraße einrichten, etwa in der nördlichen Zanderstraße. Sieben Kommunen sind in die Pläne für den Radschnellweg involviert: Bad Nauheim, Bad Vilbel, Butzbach, Frankfurt, Friedberg, Karben und Wöllstadt. Für einen nahtlosen Verlauf müssen alle zustimmen.

Entgegen einiger Appelle, die Machbarkeitsstudie endlich auf den Weg zu bringen, wollen die Stadtverordneten erst Rücksprache in den Fraktionen halten. In der Bauausschusssitzung am Dienstag, 29. November (19.30 Uhr), wollen sie sich entscheiden. Die äußerste terminliche Grenze zur Fertigstellung der Studie ist November nächsten Jahres, wie Quitta sagte. „Sonst gibt es keine Fördergelder mehr.“ Sie betonte, die Informationen lägen vor, zum anderen habe es schon mehrere Abstimmungsrunden gegeben. Einzelne Stadtverordnete wandten ein, nicht ad hoc über Kosten in Millionenhöhe entscheiden zu wollen, was laut Quitta noch gar nicht das Thema sei - es sei nur eine Machbarkeitsstudie: „Es geht darum, eine Linie zu finden.“

Auch interessant

Kommentare