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Auch von außen Kunst - das Atelier von Gerhard Burk.
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Auch von außen Kunst - das Atelier von Gerhard Burk.

Kunst Bad Nauheim

Skulpturenpark in Gefahr

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Das Goldsteinatelier des Bildhauers Gerhard Burks in Bad Nauheim steht vor der Zwangsräumung. Das ist der vorläufige Höhepunkt eines jahrelangen Streits zwischen dem Künstler und der Kurstadt.

Das Goldsteinatelier des Bildhauers Gerhard Burks in Bad Nauheim steht vor der Zwangsräumung. Das ist der vorläufige Höhepunkt eines jahrelangen Streits zwischen dem Künstler und der Kurstadt.

„Quo vadis Kunst?“ Wohin gehst du? Das steht in großen roten Lettern auf dem Plakat. Es hängt am Eingang zu Gerhard Burks Atelier am Goldstein. Hier lagert der Bildhauer Granitblöcke, Hammer und Meißel. Hier arbeitet er, wenn es regnet oder schneit, zusammen mit internationalen Künstlern. Doch jetzt steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür und will das Atelier räumen lassen. Der vorläufige Höhepunkt eines jahrelangen Streits zwischen dem Künstler und der Kurstadt.

Das Ende des Ateliers wäre auch das Ende des Skulpturenparks, befürchtet Burk. Der dient bei gutem Wetter als Freiluftatelier, dort stehen auch die Kunstwerke. Das Gebäude hat Burk von der Stadt gepachtet. „Eine gewerbliche Miete kann ich mir nicht leisten“, sagt er.

Stadt will neuen Vertrag

Die Kündigung des Ateliers kam schon zur Landesgartenschau im Jahr 2010. Doch Burk klagte dagegen; erst im März dieses Jahres kam es zu einer Verhandlung vor dem Friedberger Amtsgericht. „Das gab der Stadt Recht“, sagt die Erste Stadträtin von Bad Nauheim, Brigitta Nell-Düvel (Grüne). Auch im Berufungsverfahren wurde die städtische Sichtweise bestätigt.

Die Stadt will den bisherigen Pachtvertrag durch einen neuen Nutzungsvertrag ersetzen. Laut Nell-Düvel war das Verhältnis zwischen dem Museumsverein, der einen anderen Teil des Gebäudes nutzt, und Burk stets angespannt. Deshalb sollte in dem neuen Nutzungsvertrag unter anderem ein gemeinsames Nutzungsrecht vereinbart werden. Darüber hinaus sollte Burk das Atelier nur so lange nutzen können, bis die Stadt einen Investor gefunden hat. „Diesen ganzen Vertrag hat Herr Burk nicht akzeptiert“, sagt die Stadträtin. Weil noch kein Investor vorhanden ist, hätte er das Gebäude vorerst weiterhin nutzen können.

Internationale Kunst

Noch wisse man nicht, wie das Goldsteingebäude künftig genutzt werden solle, sagt die Stadträtin. Für Burk ist diese Übergangslösung nicht akzeptabel: „Meine Investoren brauchen langfristige Zusagen.“ Nur mit ihrer Hilfe könne er sein Nutzungskonzept umsetzen, das die Stadt selbst angefordert habe. Sein Plan sei eine internationale Bildungseinrichtung, mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit als potenzieller Investorin, und mit einem eigenen Nutzungskonzept für den Sprudelhof, dem Herz des Jugendstilensembles. Während Burk betont, dass er sein Konzept an den Magistrat sowie an einzelne Stadtverordnete geschickt habe, sagt Nell-Düvel: „Ein Nutzungskonzept liegt mir nicht vor, ich kenne es nicht.“ Sie bezeichnet die Idee der internationalen Bildungseinrichtung zwar als „charmant“, signalisiert im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau jedoch, dass eine Umsetzung nicht machbar sei.

Wohin Burks Kunstwerke und Projekte gehen werden, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden.

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