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Frankfurt: Lacrima hilft bei Trauer in der Corona-Krise

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Das Projekt Lacrima hilft Angehörigen im Frankfurt und Bad Naheim bei der Trauerarbeit. Die Corona-Pandemie ist dabei eine Herausforderung. 

  • Auch in der Corona-Krise brauchen Menschen Hilfe bei der Trauer - insbesondere Kinder
  • Das Projekt Lacrima bietet Trauergruppen in Frankfurt und Bad Nauheim an
  • Lacrima berät Eltern auch über den Videochat

Niemanden alleinzulassen, auch in derCorona-Krise nicht, das ist Melanie Hinze wichtig. Sie ist Projektleiterin von Lacrima Rhein-Main und begleitet Kinder und Jugendliche, die ein Familienmitglied verloren haben, bei der Trauerarbeit. Das Projekt der Johanniter ist spendenfinanziert und bietet neben Trauergruppen für Kinder und Jugendliche auch Unterstützung für Eltern sowie Seminare und Vorträge an. Eine Trauergruppe trifft sich in Frankfurt, eine in Bad Nauheim, die Teilnahme ist kostenlos.

Trauer in der Corona-Krise: Das Team von Lacrima unterstütz in Frankfurt und Bad Nauheim

Normalerweise treffen sich die Gruppen alle zwei Wochen. Es gibt zwei Räume, in dem einen treffen sich die Eltern, in dem anderen die Kinder. „Wir begleiten Eltern und Kinder gemeinsam, denn wenn die Eltern nicht mitbekommen, was wir mit den Kindern machen, geht das wieder verloren“, erklärt Hinze. Es gehe darum, Verständnis füreinander zu bekommen: „Mama darf weinen, das Kind darf weinen.“

In Corona-Zeiten sind diese Treffen nicht mehr möglich. Aber Hinze ist entschlossen, ihre Unterstützung und die der Ehrenamtlichen, die die Gruppenstunden mit betreuen, weiter anzubieten. „Jetzt wollen wir die Eltern und die Kinder nicht alleinlassen.“ Kontinuität sei bei der Trauerarbeit sehr wichtig, gerade auch jetzt, wo Schulen, Kitas und Spielplätze zu seien und der Alltag ganz anders sei.

Frankfurt: Lacrima unterstützt Kinder und Eltern bei Trauer auch während der Corona-Pandemie 

„Wir haben sofort mit den Videotreffen für die Eltern angefangen“, erzählt Hinze. Auch in den Osterferien, in denen normalerweise keine Treffen stattfinden, gab es Treffen per Video. Die kleineren Kinder könnten sich noch nicht so gut auf ein Videotreffen konzentrieren – ihnen bietet Hinze Einzelgespräche an. Das Angebot kommt gut an: „Wir merken, dass die Eltern noch mehr Stütze brauchen.“ Eine Mutter habe gesagt: „Wenn ich euch im Moment nicht hätte, wüsste ich nicht, wo mir der Kopf steht“. Mit den Treffen will Lacrima den Eltern helfen, um dadurch auch die Kinder zu unterstützen.

Trauer-Beratung im Videochat - Lacrima hilft auch in der Corona-Krise

Aber auch mit einer der Kindergruppen gibt es demnächst einen gemeinsamen Videotermin, das habe sich ein Kind gewünscht, berichtet Hinze. „Wir sind zum Video-Frühstück verabredet. Da wird die Trauer auch ein Thema sein, aber sicher auch, dass die Kinder ihre Freunde vermissen oder die Schule.“ Auch neue Familien kann Lacrima in Corona-Zeiten aufnehmen. „Durch den Lockdown ist vielleicht sogar die Hemmschwelle niedriger“, vermutet Hinze. „Ich kann auch gerne Menschen alleine begleiten, ich mache alles möglich.“  

Von Friederike Meier


Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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