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Nachdem die Hepatitis-Erkrankung einer Schülerin bekannt geworden ist, sind in der Ernst-Ludwig-Schule sofort Präventionsschritte eingeleitet worden.

Hepatitis A

Update: Gelbsucht-Fall an Bad Nauheimer Schule - Direktorin äußert sich

Hepatitis A ist bei einem Mädchen diagnostiziert worden, das die Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim besucht. Die Schulleitung weiß seit Dienstagmittag von dem Fall. Eine Desinfektion aller Sanitäranlagen wurde veranlasst.

Update, 21. August, 18.05 Uhr: Bad Nauheim - Brigitte Jung-Hengst, Direktorin des Bad Nauheimer Gymnasiums, erfuhr am Dienstagmittag über das Kreisgesundheitsamt von der meldepflichtigen Hepatitis-A-Erkrankung. "Das ist nichts Wildes, aber wir haben natürlich sofort reagiert", sagt die Schulleiterin. Die Information erfolgte kurz vor Schluss der sechsten Unterrichtsstunde. Deshalb konnte die Leitung der Ernst-Ludwig-Schule (ELS) zunächst nur die Schüler der betroffenen Klasse und deren Eltern ins Bild setzen. 

Gelbsucht-Fall an Ernst-Ludwig-Schule: Ansteckungsgefahr

Das Gesundheitsamt hat nach Angaben der Kreisbeigeordneten Stephanie Becker-Bösch alle Personen aus Familie, Schule und Freundeskreis identifiziert, die in letzter Zeit möglicherweise mit dem Mädchen in Kontakt gekommen waren. Als besonders ansteckend gelten Betroffene ein bis zwei Wochen vor Ausbruch der Krankheit. Dieser Personenkreis wurde mit Informationen zu Infektion und Prävention versorgt. 

"Sofern eine Ansteckung möglich erscheint, ist eine Impfung vor Ausbruch noch durchführbar", erläutert Becker-Bösch. Hepatitis A verbreitet sich nicht auf dem Weg einer Tröpfcheninfektion. Vielmehr wird der Erreger fäkal-oral übertragen, wenn Kot oder Urin an die Hand gerät und die Hand in den Mund gesteckt wird. "Wir haben den Hausmeister deshalb sofort beauftragt, alle Toilettenanlagen und Waschbecken zu desinfizieren", berichtet Direktorin Jung-Hengst.

Zur Desinfektion des Klassenzimmers sei die ELS vom Gesundheitsamt nicht aufgefordert worden. Auch das Mensa-Personal wurde instruiert. Am Mittwoch ging ein Informationsschreiben an alle ELS-Schüler heraus. 

Gelbsucht-Fall an Ernst-Ludwig-Schule: Möglicherweise im Urlaub angesteckt

Nach Aussage der Schulleiterin ist nicht bekannt, ob sich das Mädchen während einer Urlaubsreise mit Gelbsucht angesteckt hat. Das sei allerdings zu vermuten, da das Ferienende nicht lange zurückliege. 

Die Schulelternbeiratsvorsitzende Simone Sostmann erfuhr erst durch die WZ von dem Hepatitis-A-Fall. Sie rechnet nicht mit einer panischen Reaktion der Eltern. Im Herbst vergangenen Jahres sei schon mal eine ansteckende Krankheit am Gymnasium aufgetreten. Auch damals habe es nur einen Erkrankten gegeben, alle hätten sich besonnen verhalten. Damit rechnet Simone Sostmann auch diesmal. 

Wie in anderen Schulen herrschten in der ELS in den Sanitäranlagen nicht gerade optimale hygienische Zustände. Allerdings sei Sauberkeit weniger das Problem, mehr Sorgen bereiteten einige Chaoten durch Vandalismus. "Dank der Grundreinigung vor dem Beginn des neuen Schuljahrs dürfte der Hygienezustand der Toiletten aktuell recht gut sein", sagt die Elternbeiratsvorsitzende. 

Gelbsucht-Fall an Ernst-Ludwig-Schule: Ein Vater beklagt Zustand der Toiletten

Kreisbeigeordnete Becker-Bösch spricht in diesem Zusammenhang von "intensivierten Sanitärhygienemaßnahmen", die über einen gewissen Zeitraum beachtet werden müssten. Die sind nach Ansicht eines Vaters, dessen Kind das Gymnasium besucht, durchaus nötig. Er hat von der Hepatitis-Infektion bereits erfahren und beklagt den "nicht sehr schönen Zustand" der WCs. Schüler gingen nur im Notfall auf eine der Schultoiletten. Aufgrund der Ansteckungsgefahr sei jetzt eine entsprechende Information aller Beteiligten von besonderer Bedeutung. "Wenn sich Kinder auf der Toilette an die Hygienevorschriften halten, sollte es keine weiteren Fälle geben", ist der Bad Nauheimer überzeugt. In der Elternschaft bestünden allerdings gewisse Ängste vor einer Ausbreitung der Gelbsucht. 

Gelbsucht-Fall an Ernst-Ludwig-Schule: Das sind die Symptome

Hepatitis A, in der Umgangssprache als Gelbsucht bezeichnet, ist eine akute Leberentzündung, die niemals chronisch verläuft und normalerweise ohne Komplikationen ausheilt. Das kann einige Wochen, aber auch Monate dauern. Nur etwa zehn Prozent der Patienten müssen sich im Krankenhaus behandeln lassen. Die Ursache der Krankheit liegt in verunreinigtem Trinkwasser oder kontaminierten Lebensmitteln. 

Ungefähr 28 Tage nach der Ansteckung entwickeln sich Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall, verfärbte Haut und Pupillen – daher auch die Bezeichnung Gelbsucht. In West- und Nordeuropa, Nordamerika und Australien ist die Verbreitung gering. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr nur etwa 1000 Fälle gemeldet. In den übrigen Regionen der Erde kommt die Erkrankung deutlich häufiger vor. Hierzulande wird Hepatitis oft von Reisen mit nach Hause gebracht.

Bernd Klühs

Erstmeldung, 21. August, 12.17 Uhr: Bad Nauheim - Bei einer Schülerin der Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim ist eine akute Hepatitis-A-Erkrankung festgestellt worden. Das teilte Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch in einer Presseerklärung am Mittwochmittag mit.

„Weil es sich bei Hepatitis A um eine übertragbare Erkrankung handelt, wurden für den möglichen Ansteckungszeitraum alle Kontaktpersonen (Familie, Klassenkameraden) von unserem Gesundheitsamt identifiziert und mit entsprechenden Informationen versorgt. Sofern eine Ansteckung möglich erscheint, ist eine Impfung vor Ausbruch der Infektion noch durchführbar“, erläutert die Wetterauer Gesundheitsdezernentin. "Für einen vorgegebenen Zeitraum wird die Schule intensivierte Sanitärhygienemaßnahmen durchführen", heißt es in der Mitteilung weiter. Wie diese Maßnahmen konkret aussehen, war zunächst nicht bekannt.

Gelbsucht-Fall an Bad Nauheimer Schule: Krankheit ist in Westeuropa selten

Hepatitis A ist eine akute Entzündung der Leber, die allerdings niemals chronisch verläuft und meist ohne Komplikationen spontan ausheilt. Verursacht wird sie durch verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel - oder sie wird durch Schmierinfektionen übertragen und zwar fäkal-oral durch mangelnde Hygiene, teilt der Kreis mit. Eine Übertragung erfolgt auch oft über Kleinkinder, deren Infektion häufig symptomlos verläuft.

Die Verbreitung von Hepatitis A ist in West- und Nordeuropa sowie in Nordamerika und Australien vergleichsweise gering. Im Vorderen Orient, im Mittelmeerraum, in Afrika, in Mittel- und Südamerika sowie Südostasien ist die Verbreitung deutlich höher. Die Krankheit wird oft von Reisen aus diesen Ländern mitgebracht.

Hepatitis A ist eine meldepflichtige Krankheit. Im vergangenen Jahr gab es in ganz Deutschland rund tausend gemeldete Erkrankungsfälle.

red

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